Sie folgen ihm nach zum Grabe. — O, wo gibt es inder Welt ein schöneres Leichengefolge, als das Gedächtniß unsererTugenden bei denen, die noch nach uns sind; wenn unsereFreunde mit weinenden Augen noch lange rühmen, wie gut wirwaren; wenn noch lange unsere Mitbürger und Mitbürgerinnenunser ehrenvoll gedenken; wenn selbst Fremdlinge, indem sievon uns hören, bewegt werden und sprechen: Wahrlich, seligist dieser Tobte zu preisen, denn herrlich folgen ihm seine Werkenach! — Ja, sie folgen ihm nach; sie verwandeln sichin Segen über seine nachgelassenen Kinder undKindeskinder. Sein Name, der im Andenken der Mitbürgerhochgeachtet lebt, ist die beste Empfehlung für seine hinterlassenenVerwandten. Man vergilt noch gern dem verstorbenen Vater,der verstorbenen Mutter in ihren Kindern. Man ehrt die Aelternnoch in diesen. Wehe dem, der den Seinigcn, die er liebt,nichts als Geld und Gut hinterlassen kann! Geld und Gut ver-fliegen. Aber ein durch große Tugenden ehrwürdig gewordenerName ist ein Heiligthum, das weder die Flamme des Krieges,noch die List des Betrügers, noch die Ungerechtigkeit der Großen,noch die Gewalt der Bösewichte zerstört. An dies der Gedankedes Sterbenden, und im Tode schmeckt er die lauterste Seligkeit ;er fühlt es, seine Werke folgen ihm nach.
Sie folgen ihm nach in das bessere Leben, jenseits derTodesstunde. Denn — es zittere der Sünder, und Entzückendurchglühe den Gerechten ! — es wohnet über den Sternen einewiger Vergelter. Er lebt, auch ich werde bei ihm leben. Wasich den geringsten von meinen und Jesu Brüdern gethan, dashabe ich ihm gethan. Gott vergilt! — Der stille Dank durchmich geretteter Unglücklichen, durch mich getrösteter Leidendenschallt hinüber in den Himmel; die Thräne der Rührung oderFreude, welche ein gefühlvoller Mensch über daß gute Werkweint, das ich ohne Ruhmsucht stiftete, glänzt dort; das tief-empfundene, leise Lob, welches Lebensgenossen, ohne daß ichdarnach strebe, ohne daß ich es hier nur vernehme, über meinenützlichen, menschenfreundlichen Werke aussprechcn, tönt mirdort entgegen. — Ach, welche Seligkeit muß das Herz des