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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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Und was hast du endlich mit deinen bisherigen Unruhen er-worben? Vielleicht einen siechen Leib, der dir wenig Lustan dein Uebrigen läßt, was du hast; vielleicht etwas mehrVermögen und Gut, als sonst, und doch vielleicht wenigerFreude, denn ehemals, da du weniger besaßest; vielleicht eineEhrenstelle, die dich der Bosheit gehässiger Neider und vielenVerantwortlichkeiten und Sorgen ausliefert. Ist dies Vor-schmack des Himmels? Ist cs mit den Seligkeiten zu ver-gleichen, die du in gewissen bessern Stunden fühltest, da dudas Alles nicht, aber ein reines Herz, ein freies ? furchtlosesGemüth hattest?

Wer ln sich selbst recht glücklich ist, dem gelüstet nach nichtsAndrem mehr, als daß es immerdar bleiben könne, wie esjetzt sei. Machen äußere Umstände den Menschen glücklich:warum fordert er, wenn er am vermeinten Ziele steht, etwasAnderes, etwas Besseres? Warum läuft er immerdar einemGlücke nach, wie das Kind den glänzenden Farben des Regen-bogens, und ereilt es doch nie?

Stehe still, Wanderer! Gedenke deiner Paradiesesstundenim Leben, und wodurch du sie empfingst. Nicht dem Kleid,dein Rang, deine Speise, dein Trank gaben dir den Himmel,sondern dein reines Herz. Du warst der bessere MenschLn jenen Stunden, darum war Alles um dich her besser. Laßab von den falschen Mitteln, und wähle das Einzige wieder,^was dich in deinen Himmel zurückführt.

Lebe in Gott mit kindlichem Gemüth. Laß dich niemals vonden Sorgen um äußere Verhältnisse zu sehr einnehmen. Thuedeine Pflicht, bewahre ein vorwurfloses Gewissen; in allemUebrigen vertraue Dem, der für uns Alle am besten sorgt.Rotte deine fehlerhaften Neigungen, deine unreinen Triebe aus;du hast sie nicht als Kind gehabt, darum warst du damalsglücklicher, als du herrte bist. Verwirf von dir zu allererst dieWünsche, welche dir am meisten Unruhe machen; reiße dichdurch anhaltende Uebung zuerst von denjenigen Fehlern deinerGemüths- und Handlungsart los, die dir den meisten Verdrußstiften. Der Mensch vermag viel, unglaublich viel über sich,