Himmel auf, wirf einen Blick durch's unermeßliche Weltall!dort ist dein Freund. Die geheimnißvolle Kraft, welche denStaub belebte, und Seele genannt ist, sie, die dich so oft ausden liebevollen Augen zärtlich anlächelte, von freundlichenLippen, bald stillen Ernstes voll, bald scherzend zu dir sprach —sie ist in Gott, mit Gott, in herrlicherer Verbindung, inschönern Wirkungskreisen, erhaben, freier, verklärter, voll-kommener, als du! — Warum wendest du deinen Blick zumGrabe? Der Staub, dort verscharrt, eine erborgte Hülle,gehörte dem unsterblichen W-sen nicht — cs war ein kurzesDarlehn von einem nun überflüssigen Werkzeuge in dieser Welt.Seinen Lauf hat es hieniedcn vollendet, seinen Kampf gekämpfetund hat Glauben gehalten. Hinfort ist ihm bcigelegt die Kroneder Unsterblichkeit! — Ermanne dich, leidendes Gemüth, auchdu kämpfe nun den guten Kampf! Der Liebling, welchen duverlorst, er eilt dir seliger einst an den Thoren der Ewigkeitentgegen, und begrüßt dich als einen verklärten Genossen, undruft: Gott ist auch hier dein Gott!
O Gott, o Vater, Du bist auch mein Gott, mein Vater:warum sollte ich in meinen Schmerzen untergehen? warummurhlos hinsinkcn, ehe ich meinen Lauf vollendet, meinenguten Kampf zum Ziele gekämpft habe? — O gib Kraft, gibStärke! Welches Leisen Du mir auflegst, ich will es tragen,dies Leiden führt zu Dir empor.
Nimm für alle Erdenfreuden,
Vater/ Hcrzensdank von mir.
Dank für alle meine Leiden/
Vater/ Ew'gcr/ ruf' ich Dir.
Doch entführst Du beiden mich:
Herzlicher noch preis ich Dich.
Zn den schönsten Frühlingsstunden/
An des treusten Freundes Hand/
Wenn ich Freude nur empfunden/
Zeder Wunsch gleich vor mir stand/
Fühlt' ich doch mit stillem LeidZeder Freude Nichtigkeit.
Welche Freude soll mich heftenAn die Erde/ an die Zeit?
Nein/ mit meiner Seele KräftenStreb' ich zur Unsterblichkeit.
VII -