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7.
Ist ein langsames oder plötzliches Hinsterbenwünschenswürdiger?
Erster T h e i l.
Matth. 7 , 20. 2t.
Stärke mich durch Deine DodeSwunden,
Gottmensch, wenn die seligste der Stunden,
Welche Kronen auf der Wage hat,
Meinem Sterbebette naht.
Dann beschatte mich, o Ruh', mit lindes,
Stillen Flügeln. Geister meiner Sünden,
Nahet euch dem Sterbebette nicht,
Wo mein schlummernd Auge bricht.
Du, mein Engel, komm von Gottes Throne,
Bringe mir die Helle Siegeskrone, ^
Wehe HimmclSlust und Engelsruh'
Mir mit Deiner Palme zu.
Lvie erschütternd ist für jeden von uns die Nachricht vomschnellen Tode eines Freundes, einer Freundin; die Botschaftvom Tode auch nur eines Bekannten, den wir noch vorwenigen Stunden, vor wenigen Tagen sahen, sprachen, gesundwußten! Wir erschrecken tief. Es kostet uns Mühe, daran zuglauben, als wenn das unbegreiflich, unmöglich wäre, was imLeben so häufig begegnet; als wenn Gott, der Herr des Lebensund des Todes, für uns, mit uns, mit Allem, was uns indieser Welt berührt, eine schonende Ausnahme vom gewöhnlichenLauf der Dinge machen müßre!
Was erschreckt uns denn? — ES dünkt uns schauderhaft,daß der Mensch, wider sein Erwarten, ohne alle Vorbereitung,aus der Mitte seiner Entwürfe und Plane plötzlich weggeriffen,in einer andern Welt dasteht. Wir denken uns gleichsam in dasIch der verstorbenen Person hinein, und empfinden ihr stummesEntsetzen nach der gewaltsamen Verwandlung, wenn sie imZeitraum weniger Sekunden, ohne es zu ahnen, von ihrenalltäglichen Werken hinweg im unbekannten Jenseits schwebt.