des Unheils selbst ergreift. Er Hilst vom Grunde aus, weil ersich des Kindes, nicht als Fremder, sondern als ein Vater an-nimmt treu und herzlich. So hast Du an mir gethan, meinhimmlischer Vater.
Du hast Dich meiner Seele herzlich angenom-men. Du sorgtest um mein Heil und Glück nicht bloß im All-gemeinen , wie etwa auf Erden ein Fürst für das Wohlergehenseines Volkes, wo Tausende verschmachten mögen, weil er sieund ihre befördern Umstände nicht genau genug kennt, und erzufrieden ist, und Andere seine Weisheit rühmen, wenn nurdie große Mehrheit des Volkes geborgen ist. Nein, Vater imHimmel, Beherrscher von Miriaden Welten, Schöpfer undVersorger von Wesen, deren Zahl und Art kein Sterblicherahnen kann, Du nahmst Dich meiner an, als wäre ich nur alleinder auserwählte Gegenstand Deiner Liebe und Fürsorge; alskönnte kein Anderer größere Ansprüche auf Deine Huld undPflege machen; als hättest Du den großen Gang der Schicksale,den ewigen Wechsel der Dinge, die Bewegungen der mensch-lichen Gemüther eingerichtet und geleitet, um nur mir zuhelfen, um nur mir zu dienen.
Ich ward zwar, wenn mich die Furcht übermannen, derKummer tödten wollte, zuweilen kleinmüthig, und sprach: Wiesollte Gott meiner gedenken, der ich seiner so selten gedachthabe? Wie sollte er mich noch lieben, den ich durch die Mengemeiner Sünden entfernte? — Oder ich ließ mich durch Zweifel-sucht verblenden' und dachte: Die göttliche Vorsehung wachtwohl über das Weltganze; aber das Einzelne gehe auf oderunter, wie mag sie das bekümmern! Sie streuet zwar Leidenund Freuden aus, aber wen diese treffen, ist nicht ihre Sorge.Der Blitz schlägt in den Palast, wie in die Hütte; der Todüberfällt heute den Reichen, morgen den Armen; hier raubt erder Welt denjenigen, um dessen Leben die edelsten Herzen ver-gebens flehen, dort schont er die Tage des Bösewichts, der allenentbehrlich wäre. Gott hat zwar die allgemeinen Verhältnisseangeordnet, wie sie nach ewigen unabänderlichen Gesetzen ein-treten müssen, aber den Mensch/n ist es überlassen, sich darein