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3 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
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326
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©ewöhnlich macht man fii) oon ber ißerfchwiegenheit einen gan$falfd)en ©egriff, inbem man barunter nur ©ebeimhaltung beffen»erfleht, waö unö ein Slnbercr oon irgenb einem 93orfaÜ, oberoon feinen eigenen Slbfidjten ober Umjiänben ober 93erbtnbungenanoertraut hat. SJian glaubt bann fchon ben 9luhm eine#93erfd)wicgenen anfpreeben ju fdnnen, wenn man bergleidjen,wai auöorücflicb unter bem Siegel ber .ipeimlichfeit gegebenworben ift, treu bewahrt.

üeineöweg«! 91 ur ber ißt oerfchwtrgen, ber nieoon ©eheim*niffen rebet, jte mögen ibm befonberö mitgetheilt ober »on ibm ju#fällig entoeeft worben fein, unb ber ba weiß, waö©eheimnißift. ©ebeimnip tfl aber bem SBeifen alleö ba$jenige, wooon jeberfeiner SJlitmenfchrn wünfeht, baß niebt allgemein befanntwerbe, um baburch niebt bei irgenb einem Slnlaß in ©efabr beö©chabenö gu fommen. 2Ba$ Sintere alfo felbjl geheim galtenmöcbien, bieö befannt ju mad)en, halte bicb niemalt! beredjtigt,wenn bir nicht höbere Pflichten gebieten, barüber ju reben.

3u folcben ©ingen, bie Siiemanb gern öffentlich befanntwerben läßt, unb bie baber ben SBerth oon ©ebeimniffen haben,gehören nicht bloö mancherlei Slnjfalten. unb ^lane, bie , wennfie oor ber 3 C!t laut würben, oereirelt wären ; fonbern aud;bäublicbe SBorfälle unb Slngflegenbeiten, SSermögenöumflänbe,gewiffe 93erbinbungen unb bergleidjen, waö man nientalö gernalle SBelt erfahren läßt, weil auch baö an jtch Unfcbuloige leichtm ßbeutet werben fann, ober mancher übelbenfenbe SDlenfch baoonnachtbeiligen ©ebraud) ju ntadjen im ©tanbe wäre. 5 £rnergehört ju bem, waö 3eber geheim hält, feine ©ebrechcn, fehlerunb ©dtwacben, beren er ftch jdjämt, bie er oietteicht felbfSbefämpft, bie er aber nie gern jur öffentlichen ©djau gefteHtfehen möd)te ; eben fo gehören bahin Sieben unb Urtheile, bieman in oertrauten Greifen äußert, bie fogar fehr wahr feinfdnnen, aber burd) iöefanntmachung bie nadjtheiligficn folgenbewirfen würben.

©o ift benn SWed ©eheimniß, wooon bu oermuthen fannft,baß cd einem Sintern mißfallen müßte, wenn er erführe, baßbu barauö einen ©egenjtano bei ©efprachd gemadyt h&teft. ©o