Druckschrift 
3 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
191
Einzelbild herunterladen
 

feit feiner« SJcitmertfchen bcn ©lauten an bfe SSÄerfd^ett gu rau;feen!Unb bieß eine fefjr gemo(;nlid)e SBirfung beß 33er*fennettß. ©aburch fft fdjon manche gärtlidje ^reu«bfdf>aft ge#brocken, manche Siebe gerriffen, ber @fer mancheß ©beln fürSUIeß, waß er gern Slüjßicheß gegiftet f^aben würbe, erfülletworben, ©aburd) h«t man fcbon manchen waefern SDicnfchen inUntptigfett gurücfgefchrccft wnb manchen »ortrefflkhen Vürgerfeinem Vaf erlaube geraubt, tnbem er oerf annt unb »erbächtigtunb unfchulbtg gurüdgefejß warb, ©enn wer möchte feine Siebeauch an Unwürbtge rerfchwenben, bie uns nur fchlechte tmfe /niebertvächtige ©eftnnungen gutrauen ? SSen freut, unter«Otenfchen gu leben, bie atleß baß nicht ad)tcrt, waß man um beß@uten willen »errietet, hingegen, weil man in ihrem gemeinenTreiben nicht mittreibt, unerfcßöpflich in gehäfßgcn Vermutungenunb bcfchimpfeitben Verleumdungen ftnb? 2Ben ermutigt eß,,einen großem ober geringem Siheil feineß Verntögenß, feiner Kräfte,feineß Sebenß gum Sßohl Slnberer aufguopfern, wenn man bafiirnicht nur bie unbanfbarße ©leid) gültig feit, fonbern ©pott, ®e#(achter, üble Siadjrebcn, Verfolgungen jeber 3lrt ärntet?

2Öenrt bu affo über ^erfonen nadjthet'lige Urteile faKft,bift bu fidler, bah bu ft'e nidjt »erfennß? Viß bujtcher, baß bu nicht gangen gamilien, melleicht bem Siuhm unb©!ücf beineß Vaterlanbeß, ben größten ©(haben ßiffeß? 2ßerbift bu, ber bu einen Slnbern »erurtheileß?

© Sooß, »erfannt gu werben, wirb am gewöhnlichenaußgegetd^neten ^erfonen gu , bie entweber burch »orgüg-liehe Talente, ober burch großeß Vermögen, ober burch fwh cSlemter bie klugen ber SJienge auf ßdh gtehen. Ueher fie maßtftd) nun ^eber baß Siecht an, gu urteilen, alß wenn 3eber fteauf baß »ertrauteße fennte. 333 eil man mel »on ihnen fprid)tunb reben hört, glaubt man fie fdjon hinlänglich gu fennen.©o lange jene ^erfonen in bem ©eleife ber ©emeinheit bleiben;in bem, waß fie thun, t>om ©lüefe begleitet ftnb; ober ihre©chritte nicht gegen bieß unb jeneß Snterejfe anßoßen: läßt manfie* 2(&er fobalb ße oom ©emet'nen abweichen, erhebt ftd) bieKrittelei, unb 3^beß läßt gegen ße feine SSBeißheit blicfen. ©inb