Druckschrift 
4 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
314
Einzelbild herunterladen
 

314

jammerft bu über Unfrieben im Seben, über 3wift im Jpaufe ?©ib boch juerfl Slnbern, wai bu forberft, unb bu wirft ei »otsihnen jurücfempfangen. ÜJtilbe wirb mit SDtilbe, auffahrenbimSBefen mit 2Biberfarudf> begegnet.

©ebulb unb ©anftmuth bejwingen alle iperjen. ©ie ©ebulbaber mit ben gehlern tlnberer entfpringt au« bem $3ewußtfeinunferi Innern SBerthei unb unferer (Erhabenheit über fleinlicheKranfungen. ©en 93erbtenjl»oHen beleibigt wahrlich ber #och*muth bei SSerbienftarmen nicht; ben ebeln ©eift wahrlich bertlhnenftolj bei SEhoren nicht; ben Sugenbreichen nicht bie©chmähung bei pöbelhaften ; ben ftarfen SDtann nicht ber©chlag »on ber Jpanb bei Kinbei.

©anftmuth entfpringt aui ber Siebe unb Sichtung, welchewir oh«« Sluinahme jebem SDtenfchen , ali SDtenfchen , fchulbigfinb, unb bie wir für bie guten Sigenfchaften forbern tonnen,welche wir felbft unfer nennen, ©anftmuth ift immer baifhöne Kennzeichen bei SBeifern, bei Ueberlegnern ; fte ift eineber litblichften 93lüthen ber ©eelenhohett unb ©eelengroße. 3cgemeiner, je fehlerer ber 5Jtenfch, je leichter wirb er jurtefluchen, ©chwören, ©dhelten unb 3ümen geneigt fein, bemX'h'cre ähnlich.

©ott fann nicht jürnen. ©o fann ei auch ber SBeifenicht, ber göttlichen ©tnnei ift. (Er wirb, ali SSater, SDtutter,33orgefe§ter, immer mißbilligen, aber ohne SüÖuth berichtigen;er wirb, wo ei in feinem Berufe liegt, gehler ftrafen, abermit ber liebenben Slbftcht, ju beffern ; er wirb, wo feine Stechtc«erlebt werben, fte in ©ebufj nehmen, aber ohne SBilbheit unb©rimm ; er wirb, wo ihm Unrecht gefehlt, unb er ei nichtänbern fann, bewetfen, wie wenig er foldhe Sehanblung »er#biene, aber nicht Stäche üben, nicht ©leichei mit ©leichem»ergehen.

©ebulb unb ©anftmuth bejwingen allein bie iperjen berSOtenfcben. ©iefe ©anftmuth aber ift fern »onftoljem, »erächtltehern .Sper ablicfen auf ben ©egner.©enn folch ein ©tolj ift bie grudjt bei fdjweigenben ©rimmei,unb nidht bei ©efuhli »on eigenem, wahrem Söerth, ber immer