Druckschrift 
4 (1837) Andachtsbuch einer christlichen Familie
Entstehung
Seite
18
Einzelbild herunterladen
 

18

33armber$igfeit würbe er ftnben ; ober wenn nicht ba$ Steuerefein lebhaft auf bie Gfmpfütbungen emwirft, wo ift bann übeihnannte? SEie SDtancfjer weiß non einer bedrängten Familie;aber er läptS babet bewenden, ohne genauere Stachricht überihr ©chicffal einjujteben, und wie $u verbejfern wäre! 3S3ieSSJtandjcr ift Dbrenjeuge, wenn Seichtftnn ober Sßoöbeit überStbwefenbe unglimpflich urteilt; aber er verfemt ficf> nicht inbie Sage, in den 2Bunf<h be$ Sßerleumbtten, unb nimmt jicbbeffelben nicht mit ©ifer an, der t'bm doch, wenn er felbftbinterrücfö verläftert würbe, von ändern febr wohl gefallenwürbe! Stein, biefe ©leichgültigfeit ift fein (fbriftentbum;unb baö ift noch feine Siebe, wenn man Anbere duldet, oderihnen fein Seid jufügt.

©ben fo wenig hat 3efu$ Shriftui unter ber Siebe, die wirfür unfere Stächften haben fotlen, bie innigfleSSertraultchfeitunb3«ncigung verftanben. Sßir felbft lieben unö ja nicht fo fehr,dap wir wünfehen foUten, alle ÜJtenfchen follert un$ ihre 3ärtltch*.feit, ihr »olleS SSertrauen fchenfen. £)a nun feiner in der Sageift,-eine fo törichte Forderung an bie SBdt $u machen, fo findwir folglich auch nicht bagu burch taö 22ort Siebe verpflichtet,beffen ftch Shriftui in betreff unferer Stächften bedient. ©owenig wir, als vernünftige SOtenfchen, jemals vernünftig begehrenfönnten, bap ein Anderer ju unferm SSortheil fein SSermögen,feine ©fne, feine ©efundheit ju ©runde richten möchte: eben fowenig find wir auch durch 3efu Sehre verpflichtet, baö ©leichegu thun. ©enn afö vernünftige SJcfen feben wir ein, bafi3egltd)er auch für fidh felbft erfhaffen ift, und nicht bloöa?$ ein brauchbare^ SDtittel für ändere ; bap jeglicher auchpflichten gegen ftch felbft und feine erften Angehörigen ju voll«flrecfen hat, unb nicht allein pflichten gegen Andere. 2öa£ tchalfo nicht wünfhen fann, bap Andere für mich feilten möchten,da« bin auch ich nicht verbunden, ihnen ju leiften, wenn ich ftein ähnlichen 3uftänben fehe,

Siebe deinen Stächften wie dich felbft! SOI ehr fordert3efuö nicht, unb e$ ift genug, um baS Stetch allgemeiner ©litcf*feligfeit ju fefjaffen; genug, um den £immel gleichfam auf bie