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Wo fang' ich an? Gott, welche Menge/
Vom ersten bis zum letzten Tag l
Ich weiß/ daß / wenn ich Jahre sänge/
Ich Dir zu danken nicht vermag.
Verzeih' dem Undank/ schenk' Erbarmen; «
Gedenke meiner Sünden nicht!
Entzieh'/ o Vater/ nicht mir Armen/
Der Gnade sucht/ Dein Angesicht.
Wie freudig will ich dann mein LebenVon nun an Deinem Dienste weih'n;
Wie eifrig will ich mich bestrebe»/
Durch Deinen Geist ein Christ zu sein l
Ja, es sei vor Dir, Vater, beschlossen und gelobet: dasFest der Geburt meines Jesu werde das Fest meiner eigenenWiedergeburt!— Ein verlornes Jahr liegt hinter mir, aberdas kommende Jahr soll Zeuge sein von der Aenderung meinesHerzens, von der Besserung meines Sinnes. Und dieser Zeuge.wird nicht verloren gehen!
Doppelt freudig sei mir die künftige Geburtsfeier Christi;snit dem Tage seiner Menschwerdung fing auch ich an, ein Menschzu werden, wie er nach Gottes Willen und Jesu Lehre sein soll:in Leiden muthig und vertrauensvoll; in frohen Stunden be-sonnen und ohne Uebermuth; in Pflichten und Berufsgeschäfteneifrig, thätig, treu; in der Freundschaft standhaft, verschwiegen;im Handel und Wandel ehrlich, ohne Trug; im Versprechen,wie im Eide, unabänderlich; gegen Feinde ruhig, versöhnlich,'vorsichtig, ohne Falsch; für das gemeine Beste gern den eigenenVortheil aufopfernd; gegen Fehlerhafte schonend, nachsichtig;Legen eigene Fehler unerbittlich und streng; bei fremdem Glückund Gut ohne Neid, ohne Haß, ohne Begierde; gegen Un-schuldige gerecht; im Urtheil über Andere behutsam, schonend,liebreich; imUrtheil über mich nie durch Eigenliebe bestochen,ohne Eitelkeit; für Wollust und Verführung unantastbar, ohneWanken; für alles Gute und Wahre empfänglich — überall,wie Jesus, ein vollendeter Menschenfreund, und so weit ichwirken kann, nur Liebe, nur Freuden, nur Eintracht verbreitend,wie Jesus!
Scheidendes Jahr! o so klage meine Seele nicht an vor demRichter der Welt; und du, welches kommt, ich beginne dich mit