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Gebunden und mißhandelt, verspottet und mit Fäustengeschlagen, ward Jesus von seinen Feinden von Nichterstuhlzu Nichterstuhl geschleppt. — Umsonst kehrte der VerrätherJudas zurück, und rief: Ich habe übel gethan, ich habeunschuldig Blut verrathen! Umsonst warf er den Hohen-priestern das Sündengeld im Tempel vor die Füße; umsonstwusch Pilatus die Hände vor dem Volk, und rief: Ich binunschuldig an dem Blute dieses Gerechten!
Der Wahnsinn des empörten, wilden Volkes forderte dasLeben des heiligsten Menschen: Sein Blut komme über unsund unsere Kinder!
Leidender Erlöser, die Stunde Deiner tiefsten Erniedrigungund Noth war nun gekommen! Sie war die Stunde DeinerVergöttlichung!
Sie stochten eine Dornenkrone, und setzten sie auf sein blutiges,zerschlagenes Haupt — sic drückten fluchend in die Hand, welcheste gesegnet hatte, ein Rohr, und nannten es spottend seinenZepter, sie warfen ihm einen Purpurmantel um die entblößten,wunden Schultern, und sprachen: Begrüßest seist Du, KönigDer Juden! — Und als er unter der Gewalt so vieler Leiden,nach Golgatha hinausgeführt, entkräftet hinsank; als er, welcherDer Welt den Frieden des Himmels, der Seelen höchstes Glückgegeben, schmachtend um einen Trunk frischen Wassers flehte,Versagten sie ihm mit höllischer Unbarmherzigkeit die letzte Bitte,— sie gaben ihm Essig zu trinken mit Wasser vermischt.
Auch da noch, als der göttliche Duldev am Kreuze blutete,verfolgte ihn durch die Schrecken des Todes der Hohn desPöbels. — Verlassen von der Welt, die er beseligt hatte,schmachtete er zwischen Leben und Sterben hin, und hörte denTriumph der wülhenden Menge. Er zürnte nicht. Er betetefür si e. Sein brechendes Auge wandte sich flehend für sie genHimmel; seine erblaßte Lippe rief: Vater, vergib ihnen.Denn sie wissen nicht, was sie thun!
O meine Seele, sinke weinend vor dem Kreuze des Gott-menschen nieder, und verehre seine Leiden; er trug es auch fürdich. Er mußte den bittern Kelch des Trübsals bis zum letzten