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Bewußtsein ihrer Schuld niedergedrückt, sich durch sich selbstNicht mehr erheben kann. — Wie sollte ich froh werden können,ohne diesen Trost! — wie mich beruhigen können über meinLeben, das so voll Sünde ist!
Ach, nicht einmal, tausendmal vernahm ich Jesu liebe-vollen Ruf an mein Herz: Werde vollkommen, wie dein Vaterim Himmel vollkommen ist; gehe hin, sündige hinfort nichtrnehr! — Und ich ging hin, und sündigte abermals. — Nichteinmal, tausendmal erklang mir laut und erklang mir leise ausLen Wundern der Schöpfung, und aus den wundervollen Schick-salen meines Lebens, der Gottheit warnender Nus: Sei getreubis an dein Ende, und du wirst die Krone des ewigen Lebenserwerben! — Und ich ging hin voll schnöden Leichtsinns,rrnd verscherzte die Krone des ewigen Lebens.
Wie oft, wenn meine Tage sich verdunkelten, wenn Ver-folgung und Kummer und geheime Sorgen mich drückten, wennich das Theuerste von meinen Schätzen auf Erden verlor, — wievft that ich das feierliche Gelübde dann: Ich will mein Herzbessern, durch gute Thaten auf Erden mir einen Schatz imHimmel sammeln, und nie wieder aus Leichtsinn oder Leiden-schaft, sondern immer mit Besonnenheit und mit dem Gedankenan Gott handeln! —Aber kaum heiterten sich meine Tage wiederauf, kaum waren meine Sorgen, meine Leiden vergessen, ach,so war auch, Gott, mein Gelübde vergessen.
Wie oft, wenn ich im Tempel Gottes zur Andacht gestimmtwar, wenn ich zur Erkenntniß meiner ewigen Unwürdigkcitkam, wenn ich mir selbst die Reihe meiner Fehler gestand —wie vft nahm ich mir vor, von nun an Alles besser zu machen;von nun an meinen Lastern, meinen Fehlern, meinen unsitt-lichen Gewohnheiten für immer zu entsagen; von nun an Friedenmit meinen Feinden zu schließen, und unter allen Menschen-kindern Keinen mehr zu haben, dem ich nicht mit sanftem Wohl-wollen zugethan wäre — ach, ich verließ den heiligen Tempel,das Wort des Herrn verklang, der Bußgesang verstummte, undmeine guten Vorsätze verstummten, wie mich die Luft des all-täglichen Lebens umwehte.