statt seiner Thorheit, o Gott, Deine Weisheit an! — nimmt dasfür Deinen Zorn an, was, nach dem Plan Deiner Weltordnung,das höchste Glück für ihn und Andere wird.
Nein, nein, ich war noch nicht ganz, was mein Jesus will,daß ich sein soll; ich habe noch nicht in dem Sinne die Weltverläugnet, wie er will, daß ich sie verläugnen soll; nämlich,daß ich zwar mit frohem Herzen alle Lebensfreuden genieße, dieGott mir täglich gewährt; daß ich mich zwar von Herzen freuemit den Fröhlichen, aber darum doch nicht mein ganzes Herzan diese Freuden hänge, als wären sie unvergänglich; nur fürdiese Welt lebe, als wäre keine andere Welt für mich vor-handen. Hienieden wechseln Schatten mit dem Licht, Dornenmit Rosen, trübe Tage milden freundlichen, daß ich eingedenkbleibe der Nichtigkeit des Irdischen, und meine Seele für dasEwige weihe.
Ja, Ewigkeit, dir weihe ich mich, und der Ewigkeit Vorhofund Anfang ist schon dieses vorübergehende Erdenleben. Es gehtnichts unter in der Ewigkeit, also geht auch nichts unter von dentheuern Seelen, die mir schon in diesem Leben gehörten. Esgeht nichts unter in der Ewigkeit, also auch nicht Deine Gnade,Allgnädiger, in dieser Welt und in der künftigen!
Und eben die ewige, unwandelbare, höchste Liebe, die mireinst die Pforten dieses Lebens auf Erden aufschloß, wird mirdie Pforten des ewigen Lebens aufthun. Eben die Liebe, welche .hieniederl mir verwandte, geliebte Seelen, ach, nur für wenigeAugenblicke, zuführt, wird mich auch ihnen droben wieder zu-führen, in herrlichen, seligen Verhältnissen; wird mir auchdiejenigen zuführen, welche ich einst, wenn ich zur Ewigkeitüberschwebe, hinter mir zurücklasse.
Schlummert denn sanft, o ihr geliebten Tobten! MeinGeist findet über euern Ruhestätten ebenfalls seine verlorne Ruhewieder. Ihr ginget früher zu Gott, einst werde ich euchfolgen. Ich habe euch nicht verloren; denn was Gott ge-geben hat, das hat er uns behalten; was er für einander schuf,das will er nicht auflösen. Uns scheidet nur ein leichter Traum. —Die Schwermuth weicht auS meinem Herzen; denn ich vertraue