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Warum weine ich? — Sind dies nicht Jesu Worte? —Warum verblutet sich mein Herz in der unendlichen Trauer?Habe ich den Glauben an das Wort meines göttlichen Erlösersverloren?
Verstumme, mein Schmerz, und höre auf, mich zu foltern,bange Schwermuth, denn Jesu göttliche Stimme dringt zumir! — Ich bin für die Ewigkeit geboren, und über derenStaub ich traure, sie sind für die Ewigkeit geschaffen, wie ich! —Gottes Gnade und Liebe ist ewig, und in ihr leben,weben und sind wir! Es gibt keinen Tod, es gibt nur eineflüchtige Trennung. Ich wandle in einem großen Traum, indem mir geliebte Gestalten erscheinen und wieder verschwinden.Aber ich werde einst erwachen, und die Geliebten wieder finden.Die Seligkeiten dieses Traumes sind nur Ahnungen der Seligkeitbeim Erwachen; die Entzückungen des irdischen Lebens sind nurVorgeschmack der Entzückungen unserer ewigen Zukunft, damitunser Herz sich desto inniger nach jenem bessern Leben sehne, undsich vorbereite durch Heiligkeit des Sinnes, seiner würdig zu sein.
Du jammerst und sprichst: „Warum gab mir Gott dieszartfühlende Herz? —Warum gab er mir einst Alles, um mirAlles wieder zu rauben? — Warum mußte ich diesen Lieblingmeines Herzens, kennen lernen, damit ich ihn verliere? Ach, istdies Vaterliebe Gottes? — Kann es ihn erfreuen, wenn ich inGram vergehe?"
Nein, unglückliche Seele, die du in deinem Kummer dieheiligen Werke der Vorsehung tadelst, nein, dein Jammer freutden Gott der Liebe nicht. Aber auch deine Schwachheit kannihn nicht freuen, in der du eigensinnig alles Andere, was er dirGutes verlieh, verschmähest, weil du Eins verloren, das dirlieb war. Du lebtest nicht für die Ewigkeit, sondern für das Ir-dische; darum entzog er dir wenige Augenblicke das, woran duniit aller Gewalt deiner Empfindungen hängst, damit du deinenBlick desto vertrauensvoller auf die Welt jenseits des Grabeswenden sollest! — Ist Gott darum weniger groß, weil duschwach und kleinmüthiq bist? Ist er darum weniger gütig,
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