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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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So wie sich die Gcmüthsart der Sterblichen in demjenigenzu offenbaren pflegt, was sie für schön halten: so hat auchsehr natürlicher Zurückwirkung die äußere Umgebung wichtigenEinfluß auf die Gemüthsart. Es ist daher keineswegs gleichgültig, ob wir schon in der Jugend auf Bildung des gutenGeschmacks Rücksicht nehmen oder ihn vernachlässigen.

Der gute Geschmack äußert sich aber im Wohlgefallen amsolcher Schönheit, welche entweder sinnlicher Ausdruck derScelenschönheit. ist, oder das Gemüth zur Liebe des Edlermund Vollkommenem stimmt.

Daher ist Reinlichkeit das erste Bedürfniß des Ammuthigen; sie mahnt uns unmerk'ich an Reinheit unserer .Empfindungen. Daher ist Natürlichkeit die Hauptbedm-gung des Schönen, weil das Unnatürliche ein Widerspruch mirunfern Gefühlen und Vorstellungen ist, und unsere VerachtmrMsich an Alles heftet, was unwahr ist. Daher mißfällt uns das.Gezierte und Erzwungene in der Bcnehmungsart gewisser Memschen, welche nicht in ihrer Wahrheit dastehen, sondern irgend,eine Liebenswürdigkeit heucheln wollen, die ihnen in der TlM:mangelt. Selten sind sie vermögend, das Wesen dessen, wae-ihnen fehlt, nachzukünsteln; immer erscheinen sie entwederUcbertreibung oder linkischer Unbeholfenheit.

Ordnung ist die Seele des Schönen; es ist di«:Uebcreinstimmung aller mannigfaltigen Theilc zu irgend einemGanzen; es ist eine gewisse Regelmäßigkeit, die dem Auge,gefällt, und dem Verstände entspricht, auch wenn nicht immer'ein bestimmter Zweck dabei mit Klarheit erkannt wird. DieseOrdnung und Regelmäßigkeit im Aeußern findet nie so vollkommen statt, wenn sie nicht auch im Gemüthe dessen mächtigherrscht, der sie außer sich will. Und wieder ihre Wahrnehnmntz.in Geschäften, in Gebäuden, in häuslichen Geräthen, und seibsLin der Bekleidung, wirkt wohlthätig auf die Denkart desjenigenzurück, der sie mit Vergnügen bei Andern wahrnimmt. Derneder Trieb der Nachahmung ist in der menschlichen Natur so tie<eingewurzelt, und die Art und Beschaffenheit äußerer lk-m-gedungen wirkt so lebhaft auf den Beobachtenden ein, dass rs