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Person gefallen zu können. Man geräth darüber bald in an-genehme, bald in unangenehme Unruhe. Man sucht sich gern inHaltung und äußern: Wesen denjenigen Personen ähnlich zumachen, die durch ihr Benehmen, wenn auch nur vorübergehen-des Gefallen erweckten. Man wird aufmerksamer auf den Beifalloder auf das Mißfallen von Personen des andern Geschlechts.Es ist uns nicht mehr ganz gleichgültig, ob wir denselben liebens-würdig dünken, oder gleichgültig sind. Ein verachtendes UrtheilDerselben ist für uns demüthigender, als sonst.
Unter diesen wechselnden Empfindungen erwachen bald andereWünsche. Man will nicht nur mit Wohlgefallen, man möchtemit Bewunderung gesehen werden. Bald ist uns Beifall undSchmeichelei Aller nicht mehr genugthuend. Es wird in unsererBrust eine Sehnsucht laut, unter Tausenden, die wir kennen.Nur einer einzigen Person als das Theuerste zu gelten; — nurLiner, die unfern eigenen Blick am meisten auf sich zog, — nureiner, zu der wir uns unwillkürlich hingeneigt fühlten, — nurLiner, von der wir ausschließlich und mit Innigkeit geliebt zusein wünschen, wie wir sie selbst lieben. Hier ist ein Augenblick,Der unfern inner» Frieden, unser bisheriges Glück, unsere Harm-losigkeit auf lange Zeit zu vergiften, droht.
Dies ist die Wirkung des erwachten Gcschlechtstriebes. Heildem, der noch Besonnenheit genug hat, sich im ersten Augen-blick der aufwache-nden und süßen stürmischen Neigung so weitzu ermannen, daß er beschließt, sich ihr nicht blindlings undverblendet preiszugeben, sondern stets Herr seiner selbst bleibenzu wollen. Wer dies will und es noch kann, ist schon halbgerettet. Wer, sich selbst vergessend, sich dem dunkeln und ge-fährlichen Hang überläßt, wird mit namenlosen Schmerzen undtausend Thräncn büßen.
In einem solchen Augenblick des Lebens hängt unser Glückgar nicht davon ab, wovon wir von unfern Begierden, vonunserer schmeichelnden Einbildungskraft überredet werden, daßes abhänge: nämlich von der Gegenliebe derjenigen Person, anDie sich alle Neigungen unserer Seele wenden; — sondern da-von, ob wir uns frei erhalten und Meister unserer selbst bleiben