ruhigen Sinnes dahin gestellt sein. Denke an diese Gegenständenie ernsthaft. Denn deine Urtheilskraft hat nun einmal schoneine falsche Richtung, dein Gemüth eine nachtheilige, ein-seitige Stimmung empfangen. Dein Forschen, wie du esjetzt treibst, ist dennoch eitel. Es führt dich dennoch immerzu derselben trostlosen Stelle hin, von der du ausgingst.Laß ein Jahr und mehr an dir vorübergehen. Wandle nurvor dem allgegenwärtigen Gott, und sei fromm. Dann, —dann wirst du einst unerwartet einen Tag erleben, da deineSeele von ihrer Krankheit genesen, frei, unbefangen, Gott,Ewigkeit und Leben in ganz anderin Licht erblicken wird —einen Tag, da das Evangelium in dir zur tiefwirkcnden Gottes-kraft wird.
Und du, der du in kummervollen Seufzern und Gebetenan deiner eigenen Seligkeit, an aller Thcilnahme an der Er-lösung, an Gottes Gnade verzweifelst, der du dich selbst un-würdig hältst der Barmherzigkeit des Herrn — prüfe, seitwann dich dieser trostlose Glaube ergriffen habe. Haben dichBücher, in so frommem Sinn sie auch geschrieben sein mögen,haben dich Predigten, in so guter Absicht sie auch gehaltenworden sein mögen, zu diesem kummervollen Glauben gebracht— o dieser Glaube ist falsch! Denn wäre er wahr, so würdeer dich beseligen. Das Evangelium ist eine Kraft Gottes, seligzu machen Alle, die daran glauben, selig hier und dort. Esist eine Kraft Gottes, uns über die Leiden dieses Lebens zu er-höhen, nicht aber in noch größere Leiden zu stürzen. Meidedas Lesen solcher Schriften, die dein Gemüth verfinstern. Siesind Menschenworte. Glaube nicht dem Menschen, denn erkann irren. Glaube dem allein, durch welchen uns Gott zurSeligkeit berufen hat, Jesu Christo. Er aber spricht: Ich bindas Licht und das Leben; wer an mich glaubt und meine Ge-bote hält, der wird das Leben haben. Das aber ist der Haupt-satz aller Gebote: Liebe Gott über Alles, deinen Nächsten alsdich selbst!
Erheitere dich. Meide den Umgang trübsinniger Sektirer,welche lehren, daß sic näher mit Jesu verwand, seien, als andere