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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
259
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suche: was brachte dich in den gegenwärtigen Zustand von un-ruhigen Zweifeln? Diese Ursachen entferne. Gehöre dir erstselber wieder an. Werde gesund. Denn dein Gemüthszustandist eine Krankheit der Seele, anders nichts.

Oft ist diese Ursache eine Unpäßlichkeit des Körpers, einVerderbm'ß der Säfte, eine Erschlaffung unserer innern Theile.Dadurch entsteht anfangs Mißmuth, Unruhe, mürrisches Wesen,ohne daß man oft äußere Veranlassungen dazu hätte. Aber stattden Fehler in sich selbst zu vermuthen, sucht man die Ursachender eigenen Unbehaglichkeit dann gern in Umständen außer sich.Wenn Ln solchem Zustande unglücklicherweise aber der Geist sichzu einer besonder» Thätigkeit geneigt fühlt, und sich, sei esaus Bedürfnis der Beruhigung, oder überhaupt nur aus Be-dürfnis einer stillen Selbstbeschäftigung, vorzüglich mit An-gelegenheiten der Religion einläßt: so trägt der Mensch oft seineUnruhe, seine Unbehaglichkeit auch in diese hinüber. Er neigtsich entweder zur Grübelei oder zur stillen Schwärmerei, undwird durch beides zur Zweifelsucht verführt. Der kränkelndeKörper wirkt allezeit nachtheilig auf den Geist. Auch das Gemüthkränkelt. Während ein Anderer in solcher Lage mit allen Dingenund allen Menschen um sich her unzufrieden wird, trägt derjenige,der sich vorzüglich mit religiösen Sachen beschäftigt, seine Un-zufriedenheit Ln diese hinüber. Nichts ist ihm ganz genügend,dem Einen nicht die Andacht, die Inbrunst, die Zerknirschungdes Herzens; dem Andern nicht die Wahrheit, das Licht, dieNatur, die Offenbarung. Beide verzweifeln zuletzt aus gleichenUrsachen von ganz verschiedenen Seiten und über ganz ver-schiedene Gegenstände.

Prüfe, ob du körperlich von Uebeln frei seiest; ob dudurchgehends heitern Lebensmuth fühlst, wie ehemals; ob dugeneigt bist zu einem stillen, gleichmäßigen Frohsinn. Fehltdir dieser: o dann glaube mit Zuversicht, der Grund deinerVerstimmung, deiner Zweifelsucht, deiner Unruhe liegt nicht indem, was die Religion angeht, sondern in einer körperlichenUnordnung. Durch sie leidet auch deine Seele. Ziehe einenArzt zu Rath.- Meide die Einsamkeit und suche angenehme,