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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
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vorübergehend, zu unschuldig, als daß wir ihnen hätten mitaller Macht eines ernsten Willens entgegenarbeiten sollen. Aberda war der Keim unsers Uebels gebildet, der Grund unsersspätern Schicksals gebaut!

Woher entsteht nun die größere oder geringere Empfindlich-keit unsers Gemüths für gewisse Dinge? Sie entsteht theilsdurch die eigenthümliche Beschaffenheit unserer Natur, durch diein uns wohnenden körperlichen oder geistigen Anlagen, welchebald in Einem, bald in Anderm Ucbergewicht äußern, theilsdurch die ersten lebhaften Eindrücke, die wir selbst zwar längstschon wieder vergessen haben, welche aber dennoch die Wirkunghinterließen, daß das Gemüth jederzeit empfänglicher für das-jenige blieb, was mit ihnen späterhin irgend eine Aehnlichkcithatte. So wissen wir aus vielfachen Erfahrungen, daß Gestalt,Ton und Wefen solcher Personen, welche uns in zartester Jugendabwarteten und pflegten, oder schreckten und beleidigten, in nach-herigen Jahren durch dunkles Erinnern Zutrauen oder Wider-willen gegen andere Personen einflößten, ohne daß diese dazuanders Anlaß gaben, als daß sie mit jenen eine verborgeneAehnlichkcit hatten, von dem wir uns nur kaum noch eine Vor-stellung zu machen fähig sind.

Doch das Entstehen solcher bcsondern, theilwcisen Gemüths-reizbarkeit können wir nicht verhindern. Sie ist an sich selbstauch weder gut noch böse, sondern sie wird erst, was wir ausihr werden lassen wollen.

Wichtiger ist hingegen, daß wir in unserm Innersten er-kennen, worin sie bei uns besteht, damit wir gegen dieselbeauf unserer Hut sein können. Denn sie entscheidet endlich, ob dueinst in glücklicher Zufriedenheit leben, oder durch Verbrechen,die du jetzt noch nicht ohne Schaudern denken kannst, zum größtenElend versinken sollst; ob du durch das Schwert d:r Gerechtig-keit, oder als Selbstmörder, oder durch Ausschweifungen irgendeiner Art, oder als Tugendhafter von den Augen aller gutenMenschen beweint, sterben wirst.

Du erkenn st ab er die verborgene Empfindlich keitdeLnes GemüthS, aus welcher sich die dunkeln Vorstellungen,V. it ^