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Kleine Ursachen, große Wirkungen.
Matrh. s, 2g. zo.
Nm auch den kleinsten SündenMit Vorsicht zu entflieh'n,
Laß lebhaft mich empfinden/
Daß sie zu größern zieh'n!
Sich gern mit Launen brüsten.
Sich Schwächen gern vcrzeih'n,
Heißt sein Verderben rüsten.
Und Lastcrthaten streu'n.
Mein Her; kann bald verzagen,
Bald wieder trotzig sein,
Hier bald Verbot'nes wagen,
Dort bald das Gute schcu'n:
Kann leicht sich hintergehen,
Will seiner Lüste Spiel,
Durch sich getäuscht nicht sehen,
Und trauet sich zu viel.
Ecrne dich selbst kennen, deine gewaltigsten Triebe, deine geheim-sten Neigungen und die Ursachen alles dessen, was dich leichtfroher machen, oder was dich verstimmen kann! Dies ist derWeisheit Anfang. — Aber dieser erste Schritt zur Lebensweisheitist der schwerste, und vielleicht schon darum, weil die meistenMenschen sich einbilden: es sei nichts leichter als das! Jederkenne sich besser, denn Andere, und wisse gar gut, warum er sound nicht anders empfindet, begehrt, denkt und handelt.
Oft wirkten die größten Begebenheiten bei weitem nicht sostark auf mich, als sehr geringfügige Zufälle, die ein Andererkaum achtet. Ich denke heute über eine Angelegenheit ganz ver-schieden von ehemals, ungeachtet die Angelegenheit noch ganzunverändert die gleiche sein kann, mit allen ihren Neben-umständen für mich, wie sic es sonst war. Ich sehe verschiedeneMenschen, durch ein dunkles Gefühl hingerissen, sich liebenoder Abneigung bezeigen, ohne daß sie einander dazu Grundund Anlaß gegeben hätten. Ich sehe den Einen das vorzichen,was der Andere häßlich nennt, und höre von Diesem dasjenigepreisen, was der Andere ohne Wohlgefallen erblickt. — Es thut