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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
204
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halte ich fest an seinen Verheißungen; mit Einfalt und Vertrauenüberlasse ich mich harmlos den Führungen Gottes, und dem,was er über mich und meine Zukunft beschlossen hat; mit Einfaltund Vertrauen blicke ich hinüber zu der unbekannten Welt, diemeiner harret, und wo schon so viele meiner Lieben wohnen!

Genug, ich weiß es, und ein Gefühl von unaussprechlicherSeligkeit erglüht bei dem Gedanken in meinem Innern: Gottist! und ist mein Gott, mein Schöpfer, mein Vater!>Mein! Ach, wie viele Himmel liegen in diesem Worte: mein!Ich bin nicht arm, ich kan« nicht elend sein, denn der Allmächtige,der Allliebendc gehört auch mir, wie der Vater seinem Kinde.

Oft bebe ich wohl vor dem Glanze seiner Majestät zurück,wenn ich ihn in den unbeschreiblichen Wundern seiner Natur an-staune. Oft, wenn mein kühner Gedanke das unendliche Weltalldurchfleugt, erzittere ich vor der Größe des Allergrößten, undfühle mein Nichts im Weltall, und stammle: Herr, wer binich, daß du mein gedenkest? Dann sinke ich verzagt in mich selbstzurück; dann finde ich keinen Namen, um den Unaussprechlichenwürdig zu nennen. Ich weine im Stillen über meine Unwürdig-keit, zum Allerheiligsten hinaufzublicken. Ich wage es kaum, zubeten. Denn wie ich auch mit meiner schwachen Lippe stammle,und hätte ich Engelszungen, ich fühle es, ich kann nichts beten,daS würdig wäre, von dem ewigen, großen Wesen vernommenzu werden.

Und wenn ich dann tief beklommen aufblicke, als möchte ichHilfe von der Allmacht erflehen, die Allmacht würdig zu ver-ehren, als suchte ich den würdigsten Namen für den Unnennbarenim Himmel, da ich ihn vergebens im Irdischen suche: dann fließtJesu, des Erhabenen, Gebet unwillkürlich von meiner Lippe:Unser Vater, der du bist im Himmel!

Unser Vater! auch inein Vater! -

Und mein Herz schlägt sanfter; meine Seele hat sich in denverlorenen Ruhepunkt zurückgefunden; ich trete zum Allmächtigenin das Verhältnis des Kindes. Er liebt mich wie sein Kind; ichrede zu ihm, wie das Unmündige Kind zum theuern Vater. Erverschmäht mich nicht; er verachtet meine Seufzer nicht. Und