Druckschrift 
5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
175
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Empfindungen und Thaten des heutigen Tages sind die erstenDuellen von Millionen daraus entspringender Begebenheitender folgenden Tage, Jahre und Jahrhunderte. Gott sieht sie,Lu ahnest sie noch nicht. Wie, und du Kurzsichtiger meisterst indeinem Unmuth die Verfügungen des Allvaters, der jeden Ein-zelnen zum Glück Aller dienen, und Alle zum Besten einesEinzigen Zusammenwirken läßt? Woher dies Vertrauen aufeigene Kraft, auf eigene Weisheit, der du nicht die Dinge desnächsten Morgens vorauskennst? Und warum so wenig Ver-trauen auf die weise Führung dessen, der dein Glück bestimmte,ehe du noch vorhanden warst? Warum bist du, o Blinder,.unzufrieden mit den Wegen, die dich die freundliche Hand desSehenden führt? Warum glaubst du, besser als der Allwissende-cinzusehen, was dein wahres Glück sein werde?

Nur Gotr sieht. Blindlings nach den Eingebungen seinenTriebe begehrt und handelt der Mensch. Der Sterbliche weiß-oft, was er thut; nie aber, was er bewirkt. Spielend wirft erDen Stein auf die stille Spiegelfläche eines Sees; in weitenPreisen dehnen sich die Ringe des Wassers von der Erschütterungbin zu den entfernten Ufern, und stürzen dort vielleicht eine kleineFamilie in die Wellen, von der er nie wußte.

Da nun der Mensch nichts, Gott Alles durchschaut undweiß, so ist unser Klügeln über die Führung Gottes, und obnicht dieses oder jenes besser für uns gewesen sein würde,eine Thvrhcit; unser unzufriedenes Murren bei mißlungenenWünschen aber ist sträflich.

Gott führt Alles gerecht!

Erfreue dich, fromme, glaubende Seele, dieser erquickendenWorte: Gott führt Alles gerecht! Und du, o triumphirenderVerbrecher, dem seine Schandthaten gelangen, erblasse, dennGott führt Alles gerecht, weil er der Heiligste ist.

Frommer Dulder, der du unverschuldetes Leiden tragenmußt, nicht vergebens bürdete dein immer liebevoller Vaterdir deine Last auf. Er wollte, du solltest sie tragen; er hilft dirsie tragen. Durch Schmerzen ss-llst du geläutert und veredeltwerden. Dein Leiden ist dir Wohlthat, wird Andern ersprießlich,