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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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seine und keine andere Frucht erzeugt, und der Rosenbusch keineandern Blumen tragen kann, als Rosen.

Wenn in der todten Welt Alles nach den weisesten Gesetzengeordnet ist: meinst du, das höhere Reich der Geister werde vomZepter des blinden Zufalls beherrscht und von Gott vergessen,von ihm, der selbst der Erhabenste der Geister ist? So wärem der todten Schöpfung, in dem, was Staub ist, die Ordnungdes Lebens; hingegen aus dem Reiche des Lebendigen, aus demGebiete sclbstthätiger Seelen die waltende, Alles leitende Handdes Schöpfers gewichen? O welch ein Wahnsinn, der sichselbst betrügt, m.d den Staub über den Geist erhebt, und dasVergängliche über das Ewige!

Gott führt Alles! Ja, auch deine Schicksale führt er;nicht du bist der Schöpfer deiner Schicksale, nicht ein Un,gefährist cs, sondern der heilige Gott, welcher dich in dieWelt rief, um zu höhern Seligkeiten, zu Vollkommenheiten dichzu erziehen, für welche unter dein Himmel kein Name gefundenwird. Der Mensch und das ganze menschliche Geschlecht wirdhier zu einem erhabenem Berufe erzogen. Die Erziehung aberselbst besteht in der eigenen Art von Schicksalen, die Jeder nachseinem besondcrn Bedürfnisse erfährt. Völker, die in trägeWollust, Ueppigkeit und Verzärtelung versinken, oder derenBürger in schnöder Selbstsucht wandeln, weckt das Ungewittereines Krieges zur Kraft und Sittencinfalt auf, und allgemeinesElend tödtet die Selbstsucht und ruft die Tugend des bürgerlichenGemeinsinns hervor. Den Stolz der Reichen beugt plötzlichVerarmung, den Stolz der Aeltern beugt das Grab der Kinder;den Demüthigen erhebt die Gunst der Großen, den Muthlosenein unerwartetes Heil.

Erinnere dich, o Sterblicher, der schönsten deiner Lebenslage,in welchen dein Herz voll freudiger Gefühle hoch schlug, weil duglücklich wurdest ohne dein Zuthun, und erinnere dich an GottesFinger! Gedenke der Tage, da du mit Entzücken Gottes Segenerblicktest, wie er dich überströmte und beseligteach, tausendAndere hatten ja eben so gearbeitet, eben so gesorgt, wiedu, und ihnen ward alles das nicht zu Theil, dessen du