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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
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Dieses Alles hast du oft in deinem Leben erfahren. JedesJahr, ja jede Woche gibt dir das Beispiel davon, wie das, wasdu eigensinnig vom Schicksal forderst, nicht erfüllt wird, undhingegen dir manches Gute zufällt, an das du gar nicht dachtest.Wie kommt es nun, daß du durch die vielfachen Lehren, welchedu empfingest, noch nicht weiser geworden bist? Diese Lehren, indeinem Lebenslaufe, o Sterblicher! sie kommen dir von Gott.Sie kommen von Gott, an den du bei deinen Handlungen undLebcnsplanen oft am wenigsten denkst; oder an den du denksteweil du mit eigensinniger Begierde von ihm nur das erbittenmöchtest, was du bei deiner schwachen Einsicht für das Vor-trefflichste hältst. Ist Gott dein väterlicher Lehrer: warum willstdu nicht anfangen, sein gläubiger, kindlicher Schüler zu werden?Wenn du an jedem Tage merkwürdigen Unterricht empfängst rwarum wirst du nicht endlich weiser, und siehst du nicht aufLas Höhere, was dich umgibt, und deine Handlungen leitetWillst du einst aus der großen Schule des Lebens hervor ri-eren,ohne den erhabenen Zweck derselben nur verstanden zu haben?

Was dir auch begegnet, das ist Gottes Werk. Welcher-Plan dir auch mißlingt, das ist Gottes That. Welches Glückdir auch unverhofft zufällt, das ist Gottes Gabe. Ringe d,cmit deinen besten Kräften darnach, was dir wohlthätig zu senrscheint; aber glaube niemals mit fester Zuversicht, cs sei das-jenige für dich das Beste, was du für das Beste erklärst, sondernvertraue der höhern Weisheit des väterlichen WeltordnerckWende alle deine Klugheit, deine Sorge, deine Arbeit an, gureZiele zu erreichen; aber setze nie eigensinnig deine ganze Ruhe,dein ganzes gegenwärtiges Glück auf die Erfüllung deiner Ab-sichten. Denke, daß du nicht allein, daß auch Gott im Weltallwirkt; daß es für dich ein gleich großes Glück sei, deine Wünschemögen vereitelt oder erfüllt werden.

Fange endlich an, Gottes Führungen zu ehren, und demzu vertrauen, der dich schon mit zärtlicher Sorgfalt bewachte,als du in frühester Kindheit ihn noch nicht kanntest, ihm nochnicht vertrauen konntest. Beginne nichts, vollende nichts, ent-wirf für deine Zukunft od.'r für das Schicksal der Deinigen keine