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18.
Gottes Führungen.
Psalm 91 / t. 2.
Von meinen ersten LcbcnsstundenHab' ich/ mein Gott/ Dich treu erfunden!
Was hast Du schon an mir gethan!
Was thust D»/ Vater/ alle Tage!
Empfind' ich nicht/ selbst wenn ich klage/
Daß Niemand Dir gleich lieben kann?
Nie / nie soll mein Vertrauen wanken/
Hm tiefsten Elend will ich danken/
Das tiefste Elend kommt von Dir!
Von Herzen kannst Du nicht betrüben;
Du kannst / o Liebe / nichts als lieben /
Du sorgest für uns mehr/ als wir.
Ä6arum, o mein Herz, betrübt dich dein Schicksal so oft?Warum siehst du mißvergnügt auf das Glück von tausend An-dern, und beklagst dich, daß du nicht im Besitz desselben bist?Warum weinest du über dein Mißgeschick, und beseufzest, daßdu gleichsam zum beständigen Kummer in der Welt geborenbist? — Wie? bist du auch wirklich in so hohem Grad beklagens-würdig, als du glaubst? Möchtest du dein Loos mit dem-jenigen vertauschen, was tausend und tausend Andere em-pfangen haben? —
Du sprichst: Ich bin nicht glücklich, denn fast Alles, wasich unternehme, mißlingt mir; alle meine Sorgen und Arbeitenführen doch zuletzt niemals zu dem erwünschten Ziel. Wie vielTräume habe ich mir schon von meiner Zukunft gemacht; ach,niemals sah ich sie ganz, wie ich erwartete, erfüllt. Ich habeunzählige Entwürfe gemacht, meine Lage oder die Lage derMeinigen zu verbessern, aber vergebens. Es wollte nichtgelingen. Ich klopfte an viele Thüren an; keine wurde miraufgethan. Immer betrog ich mich in meinen Aussichten; immerward ich in meiner: sehnlichsten Wünschen und Erwartungengetäuscht.