rs immer in den Grenzen der heimathlichen Wohnung, wo derweiblichen Tugend allein der Thron gebaut ist. Nur in Städten,wo man, von der Natur abgewichen, die Ordnung der Dingeverkehrt, den Mann weibisch, die Nacht zum Tag macht, findetman im allgemeinen Sittenverderbnisse auch nicht anstößig,wenn das Weib männisch wird, Gelehrsamkeit treibt, und sichmehr für die Verannehmlichung des gesellschaftlichen, als desstillen, häuslichen Lebens bestimmt glaubt. Da mag es ge-priesen werden, wenn die Jungfrau sich einen Namen machtdurch Eroberungen, in Romanen belesen ist und Romane spielt,während sie durch Aufwand den Wohlstand der Aeltern schwächt,und deren blinde Nachsicht durch schamlose Trotzigkeit erwiedert;da, mag es gepriesen werden, wenn Mütter mehr öffentlichenVergnügungen, als ihren Kindern, oder wenn Gattinnen mehrfremden Männern, als denen sie Treue schworen, gehören;dort mag auch billig sein, daß Weiber, im höhern Alter fürdie Thorheiten der Ueppigkeit untauglich, als Betschwestern oderRänkemacherinnen enden.
Unter dem heimathlichen Obdach, nirgends sonst, ist desMannes Erquickung. Da findet er, kommt er aus den Zer-streuungen und Kämpfen des Weltlebens zurück, Alles wieder,was ihm rheuer ist: Geschwister, Aeltern, Verwandte, Kinder;aller Wohlstand, den er mit Glück oder Fleiß gewinnt, hiermuß er gewonnen werden; aller Ruhm, der ihm draußen unterLen Fremden zu Theil wird, erst hier unter den Seinigenenrpfindet er dessen ganze Süßigkeit. Zu seinem Neste kehrtder stolze Adler heim, nachdem er die Himmel durchflogen hat.
Für sein Haus, für seine Familie ist der Mann Alles. Aberim Hause, in der Familie ist das Weib Alles; da ist sie dasbelebende, verschönernde, regierende Wesen. Er ruhet hier vondes Tages Mühen und den Stürmen draußen; sie aber ist hierdie Thätigkeit. Er handelt in der Außenwelt; für sie istdas Schauspiel derselben nur Genuß im Augenblick ihrer Ruhe.Die Heimath ist der Mittelpunkt alles Strebens des Mannesnach den verschiedenen Richtungen, für die Heimath durchreiset,erforschet, bezwingt er die Welt. Das Weib aber verherrlicht