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derbens; du Haft deine wahre Unschuld schon verletzt-du
List vor dir, du bist vor dem allwissenden Gott nicht mehr reinund täuschest mit der Zucht deiner äußerlichen Geberden dieMenschen, welche dich zu wenig kennen.
Um die Unschuld deines Gemüthes zu bewahren, schützedie Unverdorbenheit deines Verstandes. Suchenichteine Bildung des Geistes auf Wegen, die oft das Gegentheilbefördern; strebe nicht nach Kenntnissen, die dir zur Ver-mehrung des häuslichen Glückes wenig helfen; strebe nichtnach Geschicklichkeiten und Einsichten, welche von dir Niemandfordert und erwartet. Lese keine Schriften und Bücher, derenInhalt dir nicht ein rechtschaffener Freund empfohlen hat. Ammeisten verwahre dich vor dem Einflüsse derjenigen Werke, dienur zur Beschäftigung der Einbildungskraft geschrieben wordensind. Sie belehren dich wenig von der Welt, wie sie ist,sondern von den oft unsittlichen Träumereien eines Müßigen;sie geben dir falsche Vorstellungen vom wirklichen Leben; siestellen dir Muster dar, die du eher fliehen, als lieben lernensolltest; sie machen unmerklich deine Forderungen an die Weltüberspannt; sie verwandeln dein natürliches gutes Gefühl inübertriebene Empfindsamkeit oder Empfindelei; sie füllen deineEinbildungskraft mit unnützen, oft schädlichen Bildern. Dugewöhnst dich durch sie, immer überspannt zu denken, zuwollen, zu empfinden; das wirkliche, alltägliche Leben wird dirdadurch gemein und widerlich. Die Menschen, mit denen duleben mußt, werden dir dadurch ungenießbarer. An Allemfindest du zu tadeln, weil es deinen aus gewöhnlichen Romanengeschöpften Begriffen nicht entspricht- Du hast dich, statt dichdurch solche unkluge Leserei zu bilden, nur verbildet; du bistnicht nützlicher, sondern unbrauchbarer für die Welt geworden:du bist zuletzt nicht edler, sondern thörichter, schwärmerischergeworden.
Viele Jungfrauen legten dadurch, ohne daß sie es glaubten,den Grund zu ihrem häuslichen Elend. Sie konnten sich nichtmehr so leicht wieder in ihren Stand, in ihre Bestimmung, inihre alltäglichen Umgebungen finden. Sie blieben, weil sie des