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Religiosität und Jugend.
Air weihe ich diese Blätter der Liebe, der Heiligung, dergeheimen Andacht, zartes, vielbewegtes jugendlichesHerz! — Dir weiht sie dein Schicksal, die liebende Vorsehung,indem sie dieselben in deine Hand legt. — Wirst du sie gleich-gültig zurücklcgen? Bist du so gleichgültig gegen dich selbst?
Siehe, du hast die Jahre erreicht, da du immer mehr undmehr dir selbst angchören mußt, immer unabhängiger vondeinen bisherigen Erziehern dastehst. Deine Aeltern sterben;deine Verwandten sterben; deine ganze Kindheit stirbt zuletztvon dir ab. Bald bist du einzeln im Leben. Bald wirst dufühlen, was cs heißt, einzeln im Leben dastehen und Nie-manden mehr haben, als sich selbst. — Bisher sorgten vondeinem ersten Athemzuge an a idere, treue, zärtliche Herzen fürdich. Nun, wie die reife Frucht vom Baum, fällst du ab vondem geliebten Stamm, der dich auf seinen Zweigen trug. Fürdich selbst mußt du nun sorgen lernen, und dich dadurch vor-bereiten, bald für Andere zu sorgen.
Längst befürchteten diejenigen, welche dich am innigstengeliebt haben, diesen entscheidenden Augenblick. Glaube es, dasVaterherz, das Mutterherz schlug oft unruhig und bange beidem Gedanken an diesen Augenblick. Vielleicht weißt du nicht,warum? Du wirst es einst verstehen! — Du selbst sehntest dichschon lange nach dem Tage, da du, der Aufsicht entlassen, inUnabhängigkeit leben, andern Erwachsenen gleich sein könntest.Deine Kindheit dauerte dir fast zu lange. —> Nun freilich bistdu aus ihr hervorgetretcn. Aber ich Hge dir, ein Tag kömmt,da du dich in deine Kinderwelt, wie in ein verlornes Paradies,