Druckschrift 
4 (1844)
Entstehung
Seite
56
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scheu Gebrauch in meinem Cabinet aufbewahrt. Jene Frau,die glaubte, der Pabst müßte ein Drache, oder ein Berg odereine Kanone sein, verdient mehr Aufmerksamkeit als Spott.Es geht uns Allen so, wenn wir träumen, und wer will dieGrenze zwischen Wachen und Träumen angeben; so wie nichtjeder träumt, der schläft, so schläft auch nicht jeder, der träumt.

Jedermann macht sich nach seiner Lage in der Welt, undseiner Ideen im Kopf, nach seinem Interesse, Laune und Witz,weil er das ganze Gesicht nicht fassen kann, einen Auszug dar-aus, der nach seinem System das Merkwürdigste enthält, undden richtet er, daher sieht jeder in vier Punkten etwa so geordnetein Gesicht, und nicht Alle einerlei; eben daher auch dasDisputiren über die Ähnlichkeit der Portraits und Ähnlichkeitzweier Leute. Zwei schließen aus dem Anblick eines Brustbildes,auf die Länge des Mannes, der Eine, er sei groß, der Andere,er sei klein, und keiner kann sagen warum. Beim Pferd undOchse» ging's an, wenn der Maaßstab dabei wäre, aber beimMenschen auch wieder nicht, und doch will man aus Stirne,Nasen und Mund Schlüsse ziehen, deren Verwegenheit gegenjene gerechnet unendlich ist. Allein Felir Heß ') und Lambert")hatten einerlei Nasen'"), das ist doch sonderbar. Allerdings son-

') Joh.FelirHcß, Diakonus zu Zürich. Geb. 1742, gest. 1768.") Joh. Heinr. Lambert, berühmter Mathematiker in Ber-lin-, geb. 1728, gest. 1777.

'") Lavaters physiognom. Fragn,. Ister Versuch, S. 8. 9.