seele in einem scheußlichen Körper? der Schöpfer sollte die Tu-gend und das Verdienst so zeichnen? das ist unmöglich. Diesenseichten Strom jugendlicher Deklamation kann man mit einemeinzigen Und warum nicht? auf immer hemmen. Bist du,Elender, denn der Richter von Gottes Werken? Sage mir erst,warum der Tugendhafte so oft sein ganzes Leben in einem siechenKörper jammert, oder ist immerwährendes Kränkeln vielleichterträglicher als gesunde Häßlichkeit? Willst du entscheiden, obnicht ein verzerrter Körper, so gut als ein kränklicher, (und wasist Kränklichkeit anders als innere Verzerrung ?) mit unter dieLeiden gehört, denen der Gerechte hier, der bloßen Vernunftunerklärlich, ausgesetzt ist? Sage mir, warum Tausende mitGebrechen geboren werden, einige Jahre durchwinseln und dannwegsterben? Warum das hoffnungsvolle Kind, die Freude sei-ner Eltern, dahin stirbt, wenn sie anfangen seiner Hülfe zubedürfen? warum andere gleich nach ihrem Eintritt in die Weltwieder hinaus müssen, und nur geboren werden um zu sterben?Löse du mir diese Aufgaben auf, so will ich dir die deinigeuauflösen. Wenn du einmal eine Welt schaffst, oder malst, soschaffe und male das Laster häßlich, und alle giftige Thierescheußlich, so kannst du es besser übersehen, aber beurtheile Got-tes Welt nicht »ach der deinigeu. Beschneide du deinen Buchs-baum wie du willst, und Pflanze deine Blumen nach dir ver-ständlichen Schattiruugeu, aber beurtheile nicht den Garten derNatur nach deinem Blumengärtchen. Hieraus lassen sich dieBeweise widerlegen, die man für die Physiognomik aus Chri-
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