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Kulturgefd)id)tlid)es.
Der enoad)enöe 5 am ilienfinn, ^er IDunfd), öie rtad)kommen oorunoerfdfulöeter Armut 3U beroaljren, führte im 17 ., namentlich aber im18 . 3 af)rf)unöert manche Befitfer öa3U, ifyre ffiüter 3U abeligen Stamm=giitern 3U mauert un6 3toar mit ber Beftimmung, bajj fie entroeöer alsSamiliengüter in ber £inea!erbfolge im ITTannesftamme ober nad) be*ftimmten Derfiigungen als 5i& e ik°mmijfe oererbten (ffiebljarbsborf,©Iftra, fjaineroalbe u. a.). —
Jjatte unter Kurfürft Joljann ©eorg I. nod) ed)t beutfdjes, ritter»lidjes £eben am Säd)fifd)en Jjofe geljerrfdjt 1 ), fo begann fdjon gegen(Enbe bes 17 . 3 af)rf)unberts fran3öfifdjes IDefen fid) geltenb 3U machen,bis es enblid) unter Auguft bem Starben oollftänbig 3ur f^errjdjaftgelangte. Das Beispiel bes $iirften fanb beim Abel unb aud) beimBürgerftanb roillige Itadjaf)mer. Dajj aud) bie ©berlaufitjifdjen ©bedeutejener 3 eit 3um ©eil if)re (Originalität oerloren unb, foroeit es il)nen ibjreITlittel gestatteten, fran3öfifd)em IDefen in Sprache, £ebensroeife, Sittenunb Umgangsformen ben Oor3ug gaben, bafür können vollgültige Beroeijebeigebradjt roerben. Der Ijofftaat bes Königs=Kurfürften in Polen unbin Sachen mit feiner beträchtlichen Dermefjrung ber fjofämter 30g nidjtnur 3at)lreid;e Auslänber an, bie Ijier iEjre fortune mad)en roollten, fein©lan3 oeranlafjte aud) oiele Abelige ber ©rblanbe ebenfo roie ber ®ber= unbtlieberlaufitp ii)re Söfjne, bie roäf)renb bes großen Krieges unb nad) if)mgern auslänbifdje Dienfte genommen hatten, in früher 3 ugenb an benSäd)fifd) = poInifcben Ijof 3U geben, um hier als Page iljre £aufbaf)n 3Ubeginnen, bie fie mitunter bis 3U fyofjen Ämtern führte. Dajj bieferfran3öfierenbe f)of= unb Beamtenabel feine Unabhängigkeit unb Selb=ftänbigkeit einbüftte, bajj er, oom Dolke allenthalben fid) abfonbernb,beffen Anfdjauungen unb Anforberungen oerftänbnislos, 3um ©eil feinblid)gegeniiberftanb, ift tr>ol)l begreiflid).
©s ift felbft ein ©berlaufitfifcher ©beimann, Ifeinrid) Anshelm oon3 iegler unb Klipphaufen, bem fpäter Siebertroolkroitf bei £eip3ig gehörte,ber in feinem bekannten löerk „©äglidjer Sd)au=piah ber 3 eit" ( 1695 )bas Sehlen einer tieferen geiftigen Bilbung beim Abel beklagt: „bennein paar Beine über ein Pferb 3U h en dien, ein piftol 3U löfen unb inbas IDefen hinein 3U hauen unb 3U ftedjen, ift aud) bem pöbel etroasgemeines. IDahr ift es: ber gelehrte Abel h fl t h eu i' 9 es £ages feinferreum seculum erlebet unb traget ieber faft ein Bebencken, fein Kinbetroas red)tfd)affenes lernen 3U laffen, aus Dorioanb: Die XDelt toäreall3U unerkenntlid) gegen bie ©ugenb unb bie Beförberung fo fd)Ied)t . . .
') So l)eifjt es 3 . B. in ber Ejoforbnung bes Kurfürjten 3°fl ann ©corgs I. oonSadjfen oont 3ab re 1637: „3n gutter Rüftunge fid) 3 U galten. (Es foll l)»'füroall Unfer reifig fjoffgefinbe mit guter Rüjtunge, Sd)ütjengerel)te unb fjmnijd), tüd)tigenunb erfahrnen Knedjten unb guten Pferben gefajt fetjn unb, mann es non Uns be=getjret roirbt, fid) in Unfer £)offfarbe nad) bem Rtufter, meines in bie Efoffftuben an»gefdjlagen merben foll, bleiben unb uff unfer angeigen führen, aud) ein jeber feineRn 3 af)I Knedjte unb pferbe, barauf er beftellet, ftetj galten, inmafjen bann UnferUTarfd)aII nleifjige fldjtunge brauff geben jolle" . . . Denbmäler ber beutfd)en Kultur»gefcbidite, II. flbt. Deutfdje fioforbnungen bes 16. unb 17. 3nf)rbunberts, berausgeg.non flrtt)ur Kern, 2. Banb, 1907, S. 73.