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Kulturgefdjidjttidjes.
auf allen ffiütern befindlichen unb nad) Hblauf des Dreißigften nodjübrigen Dorräten 3 U erlangen. 3um Rtußteil gehören auch die 3 umDerbauf bereit liegenden, ingleidjen auf den ffiütern, die der Ittann in »Padjt gehabt, uorfjanbenen <Eß= und ©rinbwaren. Ausgenommen hier»uon find a. die, um fjanbel damit 3 U treiben, oder b. 3 U künftigenaußerordentlichen Rotfällen angefdjafften und c. die auf ffiütern, die derITTann uerpadjtet gehabt, befindlichen Dorräte diefer Art 1 ).
Die Snftitution des Seibgebinges in der fflberlaufiß h fl t il) re Blüte»
3 eit im 17. Jahrhundert; fdjon im Beginn des 18. 3uh r h u uderts roirdfeltner und feltner uon ihr ©ebraud) gemacht und 3 U (Ende des 18. undAnfang des 19. 3 a h r h un ä er ts werden mir bäum nod) in den £efjns=abten auf eine Derleibgebingung ftoßen. Die ffiründe diefes rafdjenRieberganges find h au ptfäd)lid) in dem mehr und mehr uerfallenden5eudalmefen, in den ueränderten Sub 3 effionsuerhältniffen, in der reicherenAusftattung der adeligen ©ödjter 3 U fudjen, die nidjt mehr, roie früher,mit geringen Summen aus dem £eljn dotiert, fonacE) nid)t mehr daraufangeroiefen mären, durd) Derleibgedingungen auf ein ftanbesgemäßesAusbommen in ißrem XDitmenftande bebadjt 3 U fein. Außerdem h fl beim 18. 3ah r hundert die Allobifibatkm der £ehngülter eine fo bedeutendeSteigerung erfahren, daß fdjon durdj diefen Umftand eine Abnahme derDerleibgedingungen h e rbeigefüljrt wurde, denn es roürde der urfprüng»lidjen Ratur des Dotalitiums uollftöndig miderfprodjen haben, hätte manes auch in AHodialgütern in Anwendung bringen roollen. Ausführliche(Efjeftiftungen traten nun an die Stelle der £eibgebinge. —
Die angegebenen Derljältnifje ueranlaßten im 3 a h re 1814 einenunbebannten Autor, der Regierung einen „(Entwurf eines ffiefeßes die(Erbfolge der (Ehegatten in der ©berlaufiß betreffend" uor 3 ulegen 2 3 ).
Sdjlüffelgelö. Ijier reißt fidj finngemäß an eine bur 3 e (Er»örterung über das Sdjlüffelgeld 8 ), jene bei Derbäufen uon £efjngüternuom Käufer an die ffiatiin oder andere weiblidje Angehörige des Der=bäufers 3 war nidjt redjtlidj, aber dodj dem Ijerbommen nadj 3 U erlegendeSumme an ffield oder ffieldesmert. Die Sdjlüffel find das Stjmbol fjaus=fräulidjer ©ewalt 4 ). Der fjausfrau ftefjt die fjerrfdjaft 3 U über dasfjaus; liefert fie die Sdjlüffel einem andern aus, fo begibt fie fidj damitdiefes Redjts 5 * * ) und der (Empfänger Ija* fi<h burdj Überreidjung einer
') Königl. Kreisljauptmannfdjaft Bautjen a. a. ®. üergl. audj £auf. 3 TCaga 3 tn1770, S. 179, 198. Über ITtorgengabe unb TITu|tpil gelten in ben fflberlaufitjifdjenStabten nerfdjiebeneBeftimmungen, |iet)etDeinart, Redjte unb Serootjntjeiten, IV.©eil,
S. 83; Ijoffmann, Scriptores rerum Lusaticarum, III, S. 174 ff.
2 ) Königl. Kreisljauptmannfdjaft Bauten a. a. ffi.
3 ) 5- Kämmerer, Beiträge 3 ur £eljre nom Sdjlüffel» ober Ijeerb» Selbe,
Rojtodt 1833, berücüfidjtigt ®berlaufit)ifdje üerljältniffe nidjt.
4 ) Stimm, Deutfdje Redjtsaltertfjümer, 3. Ausgabe, 1881, S. 176; Ijerotb,
Die Sdjlüffelgeroalt ber (Eljcfrau. £eip 3 iger jurijtijdje Differtation, 1905.
5 ) Darum Ijeifjt es im 3afjre 1597 in ben £et)nsabten Königsljain non 5rauBarbara n. £ieblau, geb. Jrentjel uon Königsl)ain, bie auf itjre Hnfprüdje an Königs»
Ijain ner 3 id)tet, fie Ijabe bem ifauptmann 3 U Sörlitj „iljren barauff [auf Königsljain]
gehabten erblidjen 3uftanbt .... mit oon fidj Sebung ber Sdjlüffel .... über»
raidjet unb übergeben" ....
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