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Kulturgefdjidjttidjes.
unb Kinö. Die fdjroere (Erreichbarkeit geeigneter fjilfe unb ber niebrigeStanb ältlichen IDiffens unb Könnens bamaliger 3eit finb in _ erfter£inie bafür oerantroortlid) 3 U machen, bafj erfcfjreckenb häufig, wie mirin £eid)enprebigten u. a. rtad)rid)ten bamaliger Seit lefen können, ber©ob ber ITtutter „in Kinbsnöten" ober im EDochenbett erfolgte unb baf)aud) oft genug bas Kinb tot 3 ur KDelt kam') ober wenige (Tage nad)feiner ffieburt ber ITtutter im (Lobe nachfolgte. IDar aber alles gutuerlaufen, fo überreichte wohl ber glückliche Dater im Überfdjroang feiner5reube feiner ©attin ein roertoolles ©efd;enk. ffieorg ©afpar 0 . IDarns»borff 3 . B. nerehrte feiner 5 rau Buna ©atf)arina geb. n. Sal 3 a nad)ihrer ©ntbinbung, Sd)reibersborf ben 2. April 1699, bie Summe nonhunbert Dukaten.
fjäufig fd)on an bem auf ben ffieburtstag folgenben ©age, geroöf)n=lid) aber in ben erften brei bis fünf £ebenstagen bes jungen Spröfjlingsfanb bie ©aufe ftatt, 3 U ber meift eine grojje An 3 af)l non Paten 2 ), ge»roöhnlid) Angehörige ber $amilie, 5 re unbe aus bem Kreife ber benad)»barten ffiutst)errfd)aften, aud) roof)! ber ©rtspfarrer unb feine ©heliebfte,foroie angefehene ©lieber bes Kates ber benachbarten Stabt gebetenmürben. Diele ber ©elabenen konnten allerbings wegen ber Kür 3 e ber3eit nidft perfönlid) erfdjeinen unb mürben bann als „absentes" in ben©aufregiftern aufgeführt. Befonbers angefehene unb in hohen Stellungenbefinblidje ©bedeute baten aud) wohl ben Kurfürften oon Sadjfen obereinen ber Prisen unb Prin 3 effinnen bes kurfürftlidjen Ejaufes, bie Paten»fdjaft eines Kinbes 3 U übernehmen. So 3 eigt ©urt Reinicke 5 re ^ errn. ©alienberg, feit 1645 £anbnogt ber ©berlaufit), bem Kurfürften Johannffieorg oon Sadjfen unb ber prin 3 effin ITtagbalena Sibplla bie ffieburteines Sohnes (©urt Reinicke) an, ben er am 14./4. Rooember 1651 „bemEjerrn ©hrifto unb feiner Kirchen burd) bie h- ©auffe fürtragen unb ein»nerleiben 3 U laffen" beabfid)tige" 3 ). ©r richtet an ben Kurfürften fein„untertf)äniges hod)fleifeiges Bitten, Sie geruljen Dero untertänigemDiener bie f)°f) e fürftlidje ffinabe 3 U be 3 eigen, fid) gegen ermelte Seit
! ) 3n ber Kirdje 3 U ® 8 ba fanb fid) 1891 ein ffirabftein oljne Hamen unbIDappen mit folgenber fluffdjrift: „Aus Tllutterleibe tot 3dj kam. Drumb lieg idjt)ier ot)n Hauff’ unb Haljm. 3ns £ebensbud) ot)n Haljm Ijerr (Ef)ri[t Hlid) jdjrieb.Klein Hroft bein llat)men ift". Don uns bereits angeführt im Heuen £auf. Hlag.Bb. 68 , S. 231.
2 ) Das Bitten 3 al)lreidjer ffieoattern 3 U Hauffeiern tourbe halb com Bürger»unb Bauernftanbe nadjgeatjmt. (Eine Derorbnung bes Kurfürften Snebridj flugufts I.,Königs oon polen, d. d. Dresben ben 19. 3uü 1713, toanbte fid; gegen biefen IHifj»braudj. Sie beftimmte, bafj Bürger unb Bauern in ber (Dberlaufit) 3 U Haufen nidjtmet)r als brei ffieoattern bitten, aud) allen unnötigen fluftoanb bei foldjen (Belegen»tjeiten oermeiben follten. fflberlauf. HoHections»H)erk, I, S. 424. — Sd)on in berneuen tDiliküljr ber Stabt ffiörlitj, aufgerid)tet ben 20. fluguft 1565, es, baff,
toie oor 3eiten, „bie Kinbbetterinfnen] oljne bie ffieoattern 3 U ber Hauffe nidjt meljrbenn 3 toan 3 ig perjonen jollen bitten laffen". IDeinart, Redjte unb ffietooljnfjeiten,IV. Heil, S. 42. Dergl. aud) bie älteften Statuten ber Stabt ffiörlitj (gefammelt 1434).Scriptores rerum Lusaticarum, H. $. I, S. 406, Hr. 36.
8 ) £j.»St. = fl. ©en. Loc. 11236, o. Hallenberg. Die Bitte an ©lieber bes kur»fürftlidjen tjaufes um Übernaljme ber patenfdjaft bei ifjm geborenen Kinbern xoieber»Ijolt er aud) in ber Jolge meljrfad).
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