3ur Derfaffung ber (Dberlaufitj.
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3ur Belehnung hotte öer Dafall perfönlid) 3 U erfdjeinen, 3 wei im£anbe mit Rittergütern Angefeffene als 3eugen mit 3 ubringen unö ben£el)nseib ab 3 ulegen. IDie fdjon Kurfürft 3°h amt ©eorg IV. im 3at)re1692, fo genehmigte aud) Kurfürft $rieörid) Auguft I. burd) Refbriptnom 29. April/9. Rtai 1695 1 ), bafj (Dberlaufitsifdje Dafallen, bie burd)l)of)es RIter, Untiermögen ober langwierige Krankheit oerhinbert, ober inKriegsbienften befinblid) ober fonft aus einem erheblichen ©runbe weit ent=fernt feien, bie £ef)ns= unb ©rbf)ulbigungspflid)t burd) Benollmäd)tigteablegen bürften. ©in lanbesherrlidjes RTanbat 00 m 3&h rc 1741 gewährteaujferbent ben geheimen Räten unb ben SÜ 5 unb Stimme h a b en k en©liebem bes geheimen Rats = Kollegiums bie 5 re if) e ih bie £eljn burd)Beuollmädjtigte 3 U empfangen.
Die Belehnung felbft erfolgte mittels eines fjutes als bes Spmbolsber Übertragung non ©ut unb £ef)n 2 * 4 ). Der Derbäufer eines £el)ngutesmelbet bem Amt ben Derbauf feines ©utes, Iäjjt bie £ehn auf unb bittet,es bem Käufer 3 U nerreidjen. „fllsbann nimmt Derbäuffer feinen ffutl)in bie ffanb, reichet benfelben bem ffauptmann ungefehrlid) mit biefenIDortten: ffieftrenger fferr, nadjbem id) meiner ©Regenzeit nad) bem RR.mein ©utl) R. nermöge bes ihm übergebenen Urbar=Regifters unb baraufgefdjloffenen unb nolbjogenen Kauf*Briefes oerbauft unb um... gegebenijabe, überreiche £m. ©eftr. als Königlichem Amtmann id) fold)es ©uthhiermit unb bitte es ferner genanbtem R. wie Amtsbräud)lid)en 3 U über=reidjen. Der ff. ffauptmann nimmt ben fjutf) ober Rtütje 3 U fid), reidjtbenfelben bem Käuffer fagenbe: Rad)bem id) t>ernef)me, baff eud) berRR. fein ©uth R. nerbaufft unb mir basfelbe überreicht, fo reiche id)eud) foldjes ©utl) f)i erm it anftatt ber Kaif: RTaj: als Königs 3 U Böhmen,meines allergnäbigften fferrns, unb auf h a l> en öen Befeljlid) non benwohlgebohrnen unb eblen fferrn R., mächtigem £anbnoigte biefes RTarg»graffthums ©berlaufü}, meines gnäbigften fferrn, allermafjen wie 3h rfoldjes erbaufft, iebod) in alle IDege 3f)rer Kapferl: RTaft: unb ber Iöb=lidjen ©ron Böl)eim an £el)en, Dienften unb fonft Rtänniglid)es Red)tensunfdjäblidj. Der Käuffer nimmt ben ffutt 3 U fid), ber Ambt=Secretariusnimmt ihn non il)me wieberum, ber Käufer lofet ben ffutl) mit einemDucaten, ©f)ol er ober h 0 ^ 611 tthaler nad) ffielegenheit bes Kaufs unbIDohlgefallen. Rad) biefem liefet ber Secretarius bem Käufer ben ©ibfür, Käufer fpridjt il)me nad), ber lautet alfo: 3cf) RR.Dolgenbs
J ) (Ebenba I, S. 1063.
2 ) 3- ffirimm, Deutfdje Red)tsaltertl)ümer, 3. Ausgabe, 1881, S. 148. — Scf)ouim 3al)re 1200 reichte Rlarbgraf Dietrid) bie £el)n an brei t) u f cn 6 ct £eip 3 ig bemAbt Tllattl|äus mittels feines Ejutes („pilleolo nostro“). <E. Beqer, Das (Eiflercienfer*Stift unb Klofter Att = 3eIIe, 1855, S. 370. — Dergl. aucf) bie Urbunben nom 3 a Ü rc1300 unb 1336, in benen Beletjnungen erfolgen „per capucium“, „per birretum“.Cod. diplom. Saxon. regiae, II. Ijauptteil, I. Banb, S. 263, 342. — Übrigens pflegteber Dafall, bem bie £et)n über fein ©ut üerreidjt tourbe, mit bem Degen umgürtet3 U erjd)einen unb „gladiatus“ jie 3 U empfangen. Dergl. bie (Eßerpte aus tjartranffts
Observat. im ITCanufbript ber Oberlauf, ©ef. ber tD. L. I. 23, Banb III, S. 183.
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