3ur Derfaffung ber ©berlaufit).
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VI. Die Canöesälteften.
Di er Canbesältefte gibt es im ITTarkgraftum ©berlaufi^, 3toei imBau^ner, 3mei im ©örli^er Amt. (Es mirb ihnen ber efjrenoolle Beiname„bes £anbes Däter unb üorfteljer" x ), aud) ber „Senatores curiae pro-vincialis“ 2 ) beigelegt. Die Bau^ner £anbesälteften merben auf bemmillkürlid)en £anbtage (Elifabetl), bie ©örlitjer 3 ) auf bem ©örlitjer £anb=tage non ber £artbfd)aft jebes Kreifes gemälzt unb com £anboogt beftätigt.Had) bem prinilegium ber Abtjanblung com Jahre 1561 4 ) ftanb es bem£anbesf)errn frei, falls if)m einer ber gemailten £anbesälteften „3umieberunb 3U fo!d)em (Eltiften = Hmt nid)t gelegen, nod) gefällig", biefen ab3u=Ief)nen unb bie tDat)i einer il)m genehmeren Perfönlid)keit 3U nerlangen.Der ©emäl)Ite mufjte, menn er nid)t geroidjtige Ablef)nungsgrünbe oor=bringen konnte, bie auf if)n gefallene DOatjl anneljmen; länger als 3toeiJahre hinter einanber brauchte inbeffen ein £anbesältefter fein Amt nidjt3U behalten.
tDas bie IDahl ber £anbesälteften betrifft, fo trafen bie Stänbeauf bem £anbtage Barttjolomäi im 3 af)re 1674 ben Dergleid), baff biefefo 3U erfolgen h fl 6e, baff, fobalb ein £anbesälteftenamt erlebigt ift, aufeinem £anbtage ober einer £anbesnerfammlung 3unäd)ft ber engere Aus=fd)u% brei geeignete Kanbibaten für biefes Amt burd) 3 ettelmai)l 3U be=ftimmen ha6e. Die Hamen ber brei perfonen, bie bie meiften Stimmenerhalten hatten, mürben bann bem meiteren Ausfd)uff unb ben £anb=ftänben bekannt gegeben, bie nun unter ben brei üorgefdjlagenen perfömlidjkeiten eine 3U roählen h a 6 en unb 3mar gleichfalls burd) geheimefd)riftlid)e Abftimmung 5 ). Die £anbesälteften ber ©berlaufitj gehörenftets ber ©berlaufitjifchen Ritterfdjaft an 0 ).
Derhanbeln bie Älteften allein unter fid) unb nur in Angelegen*heiten, bie bie £anbftänbe betreffen, fo merben fie als £anbesältefte„ange3ogen", bagegen bei Derhören unb ®beramtsr>orbefd)ieben, an benenbie Stäbte teilnehmen, f) e if 5 en fie mit biefen 3ufammen „Die Derorb*neten non £anb unb Stäbten" 7 ). Sie finb befugt, in fdjmeren $ällen3ehn perfonen bes Ausfdjuffes 3U oerfdjreiben unb mit ihnen fid) 3Uberaten, ©enügt ihnen biefe An3al)l nidjt, fo muffen fie fid) an basAmt menben 8 ).
') 3m 90. Beroeisartibel ber Stänbe gegen ben Canbnogt (Etyriftopf) Burggrafen3 U Dof)na. tDeinart, Red)te unb ®eroof)nf)eiten, I. ©eil, S. 56.
-) Bubaeus a. a. ©. S. 157.
8 ) (Ein Der 3 eid)nts ber Canbesältefien bes Sürftentums CBörli^ bis 3 um 3<d|re1776 gibt (Eljriftian Knautlje a. a. ®. S. 12 ff.
4 ) ©berlauf. <IolIections = U)erIt II, S. 1359.
f> ) tDeinart, Redjte unb ffierooljnljeiten I, S. 82.
c ) So fagt ©roffer, £aufitjifcf)e RTercfttrmrbigheiten, 1714, III. ©eil, S. 10,roäljrenb 3- ©• ©• Bubaeus a. a. 0. S. 160 angibt, oon ben Canbesälteften ber©berlaufitj müffe immer einer non Abel fein.
■) IDeinart, Redjte unb Seroot)nI)eiten, I, S. 56.
8 ) ©berlauf. CoUections = tDerb, II, S. 1358.