Druckschrift 
Grundlehren der Chemie für Jedermann : besonders für Aerzte, Apotheker, Landwirthe, Fabrikanten, Gewerbtreibende, und alle Diejenigen, welche in dieser nützlichen Wissenschaft sich gründliche Kenntnisse erwerben wollen
Entstehung
Seite
250
Einzelbild herunterladen
 

250

wenn man sie mit Sauren behandelt. Bringt man nchmlich1 M. G. oder 232 Loth Mennige mit 1 M. G. verdünnter Sal-petersäure zusammen, so löst diese

104 Loth Bley verbunden mit8 Loth Sauerstoff,

also 112 Loth gelbes Bleyoxyd auf, bil-det damit salpctersaures Bleyoxyd und hinterlaßt104 Loth Bley verbunden mit16 Loth Sauerstoff,

also 120 Loth eines braunen Pulvers, welchesbraunes Bleyoxyd ist.

Hieraus ist klar, daß dieMenm'ge oderdaSrotheBleyoxydbetrachtet werden kann als eine Zusammensetzung von

1 M. G. oder 112 Loth gelben Bleyoxyds und1 M. G. oder 120 Loth braunen Bleyoxyds;

denn 232 Loth lassen sich, wie eben gezeigtworden, durch verdünnte Salpetersäure darin zerlegen. Mansieht zugleich, daß sich hier wiederum die Lehre von den bestimm-ten Mischungsverhältnissen der Körper aufs schönste bestätigt unddaß der Sauerstoff auch hier seiner Zahl 8 getreu geblieben ist.

Es bedarf nicht immer des Feuers um das Bley in Bleyoxydzu verwandeln. Schon reines Wasser thut es durch Anziehendes Sauerstoffs aus der Luft. Uebergießt man blanke Bley-stückchen mit destillirtem Wasser, so bilden sich weiße Flocken,die eine Verbindung von Bleyoxyd mit Wasser sind und sichdurch Trocknen und Erhitzen in gelbes Bleyoxyd verwandeln.Auch das über den weißen Flocken stehende klare Wasser enthältBleyoxyd aufgelöst, wovon man sich durch die schwarzbrauneFärbung mittelst Schwefelwasserstoff überzeugen kann.

Sehr merkwürdig ist es, daß nur reines Wasser, nichtaber Brunnenwasser, welches gewöhnlich Salze aufgelöstenthält, diese Wirkung auf das Bley äußert. Ein höchst ge-ringer Gypsgehalt des Wassers reicht schon hin, dieser Verän-derung des Bleyes entgegen zu wirken.