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Grundlehren der Chemie für Jedermann : besonders für Aerzte, Apotheker, Landwirthe, Fabrikanten, Gewerbtreibende, und alle Diejenigen, welche in dieser nützlichen Wissenschaft sich gründliche Kenntnisse erwerben wollen
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Die Hauptanwendung des Stanniols ist zur Vcrquik-kung des Spiegelglases oder zum Belegen der Spiegel.Nicht jede Sorte taugt hiezu gleich gut. Es kommt eine SorteStanniol im Handel vor, die ein gerieseltes, körnigesAnsehen hat und zum Spiegelbclcgcn besser ist als die mit glat-ter, hellglänzender Oberfläche; das Quecksilber hastet besserdaran und verbindet sich leichter damit.

Man hat in Frankreich gefunden, daß das Stanniol zurSpiegelbelegung nicht aus reinem Zinn zu seyn braucht; daßunreines, so wie cs gewöhnlich im Handel vorkommt, so-gar besser ist als reines, indem das überflüssige Quecksilberfrüher abläuft.

Das Zinn hat einM. G. 59, wie sich deutlich aus sei-nen Verbindungen mit dem Sauerstoff und dem Chlor ergiebt.

Mit dem Sauerstoff bildet nehmlich das Zinn zwey verschie-dene Verbindungen, sie heißen Zinnoxpdul u. Z i n n o x y d.

Das Zinnoxydul, welches auf

8 Loth Sauerstoff59 Loth Zinn

enthält, bildet sich, wenn man z. B.

59 Loth Zinnspähne mit128 Loth.Salzsäure von 1,140 Eigenschwereübergicßt, anfangs gelinde, dann stärker und zuletzt bis zumKochen erhitzt. Es bildet sich hier unter Entwickelung vonWasserstoffgas salzsaures Zinnoxydul. Nach dem Er-kalten der Auflösung scheiden sich Krystalle ab, krystallisirtcssalzsaurcs Zinnoxydul, das im Handel unter dem NamenZinnsalz bekannt ist.

Da beym Erhitzen von Zinn mit Salzsäure in offnen Ge-fäßen ein Entweichen, also ein Verlust von Salzsäure unver-meidlich ist, so bewerkstelligt man die Bereitung des Zinnsalzesam zweckmäßigsten in einer Retorte mit Vorlage und gießt die vonZeit zu Zeit überdestillirtc Salzsäure wieder auf das Zinn zurück.

Im Großen ist jedoch eine Anwendung von Retorten mitSchwierigkeiten verbunden, und es ist sehr zweckmäßig beym Auf-lösen größerer Mengen Zinns in Salzsäure zugleich den Sauer-

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