Druckschrift 
Grundlehren der Chemie für Jedermann : besonders für Aerzte, Apotheker, Landwirthe, Fabrikanten, Gewerbtreibende, und alle Diejenigen, welche in dieser nützlichen Wissenschaft sich gründliche Kenntnisse erwerben wollen
Entstehung
Seite
154
Einzelbild herunterladen
 

154

Erhitzen für sich nur 6 M. G. Sauerstoff verliert (1 M. G.bleibt im Kali zurück) und diese zugleich noch thcilweise mitdem Stickstoff verbunden entweichen, so daß sie nicht ganz sreywirken können. Daher kann man den Salpeter ohne alle Ge-fahr mit Schwefel und Kohle trocken zusammen reiben, wennnur das Feuer gehörig entfernt gehalten wird.

Eben ist angeführt worden, daß 1 M. G. oder 101 Lothsalpetersaures Kali 6M- G. oder 48 Loth Sauerstoff enthalten;es fragt sich wo diese Menge Sauerstoff herkomme? Diesekommt größtentheils von der Salpetersäure, welche wie bereits(S. 93. u. 94.) bewiesen worden in

1 M. G. oder Z4 Loth:

Z M. G. oder 40 Loth Sauerstoffenthalt. Das 6te M. G. Sauerstoff ist im Kali enthalten, wel-ches , wie wir bereits (S. 131.) wissen in

1 M. G. oder 47^-H- Loth:

1 M. G. oder 8 Loth Sauerstoff

enthalt.

Hieraus ergiebt sich nun auch ganz ungezwungen das Ver-haltniß von Kali und Salpetersäure im salpetersauren Kali-,Es besteht nehmlich aus

1 M. G. oder 47^§ Loth Kali und

1 M> G. oder Z4 Loth Salpetersäure, was zusammen

addirt die Summe 101^ giebt, welche das Mischungs-gewicht für dassalpetersaureKali ausdrückt undaufs genaueste anzeigt, in welchem Verhältnisman dieses Salz mit anderen Salzen, mitSäurenoder anderen Stoffen mischen muß, wenn einevollständige chemische Zersetzung erfolgen soll.

Das Schießpulver giebt uns sogleich einen Beweis von derNützlichkeit einer solchen Kenntniß. Ein gutes Schießpulver,nach richtigen chemischen Grundsätzen bereitet, besteht ausI M- G. oder 101 Loth salpetcrsaurem Kali,

3 M. G. oder 18 Loth Kohle und1 M. G. oder 16 Loth Schwefel,