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Grundlehren der Chemie für Jedermann : besonders für Aerzte, Apotheker, Landwirthe, Fabrikanten, Gewerbtreibende, und alle Diejenigen, welche in dieser nützlichen Wissenschaft sich gründliche Kenntnisse erwerben wollen
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nicht rein und mit etwas verfälscht, was sie schwerer aber nichtsaurer macht.

Die Salpetersäure äußert auf die Metalle eine sehr bedeu-tende Einwirkung und die meisten verwandelt sie unter heftigemAufbrausen, Erhitzen und Entwicklung von rothen Dämpfenerst in Oxyde (S. 9.) und dann in salpetersaure Salze.Nur Gold und Platin werden unter keiner Bedingung und Keykeinem Wärme- oder Hitzgrade davon angegriffen. Geschiehtcs dennoch, so ist dieß nur ein Beweis, daß die Salpetersäurenicht rein, sondern mit Salzsäure gemischt ist, in welchem Fallnchmlich Königswasser entsteht, welches diese beyden Metallebekanntlich sehr leicht auflöst.

Da die Salpetersäure von so schneller und heftiger Wirkungist, so kommt es bey der Darstellung salpetersaurer Me-tallsalze, um diese gut und mit möglichst wenig Verlust anSaure zubereiten, sehr auf die Stärke der Säure an, welcheman anwendet. So wirkt z. B. eine Salpetersäure von 1.485Eigenschwcre auf gefeiltes Zinn in den ersten 15 20 Minu-ten gar nicht ein, setzt man dagegen etwas Wasser hinzu,so erfolgt sogleich die Auflösung des Zinns mit einer großenHeftigkeit.

Uebcrgicßt man ferner Zinn mit einer Salpetersäure von1.500 Eigenschwcre, so entwickeln sich unter starker Erhitzungeine Menge rothcr Dämpfe und das Zinn verwandelt sich in einweißes Pulver (Zinnoxyd), aber man erhält keine Auflösungvon salpetcrsaurem Zinn. Weil das Zinnoxyd, welches unter die-sen Umständen durch die heftige Wechselwirkung zwischen Säureund Zinn gebildet wird, in der übrigen Salpetersäure völligunlösli ch ist. Man muß daher, um ein gutes salpetersauresZinn darzustellen, eine Säure von 1,1401,120 Eigenschwereanwenden und zwar muß man nicht die Säure auf das Zinnschütten, sondern das Zinn in die Säure nach und nach eintra-gcn. Weil im ersteren Fall, wo viel Zinn mit wenig Säure zusammenkommt, die Erhitzung und folglich die Einwirkung zustark seyn würde. Kommt dagegen wenig Zinn in viel Saure,wie im letztem Fall, wo man das Zinn nach und nacheinträgt.