Man druckt nehmlich auf die gewöhnliche Art ein Mustermit einer Mischung von Weinsteinsaure, Thon und Gummiwafserauf, laßt es trocknen und taucht es nun 10 Minuten lang inChlorkalk. Alle die Stellen wo sich die Weinsteinsäure befin-det, werden weiß, indeß die anderen wo keine Weinsteinsäurehingedruckt worden, unverändert roth bleiben.
Leider gestatten nur Krapp- und Jndigofarben eine solcheBehandlung, alle anderen Pflanzenfarben werden durch Chlor-kalk entweder entfärbt oder unansehnlich.
Da im Chlorkalk, wie aus diesen Bepspielen erhellt, dasChlor thätig ist, sobald es nur mit Stoffen in Berührungkommt, die seine Trennung vom Kalk zu bewirken im Standesind, so wird man sich des Chlorkalks mit Nutzen anstatt desChlorwassers bedienen können.
Dieß geschieht denn auch, In den großen Hospitälernvon Paris wird sämmtliche Leibwäsche der Kranken, vor dereigentlichen Peinigung, 12 — 24 Stunden lang in einer mitWasser sehr verdünnten Chlorkalklösung eingeweicht. Aller An-steckungsstoff wird hiedurch zerstört und die Wäsche ist nach die-ser Einweichung viel leichter zu reinigen.
Oftmals ist es von Wichtigkeit, den Leichnam eines Men-schen längere Zeit über der Erde und yor Fäulniß zu bewahren.Hier leistet der Chlorkalk vortreffliche Dienste: 2 Loth desselbenin Wasser gelöst, reichen hin den Körper eines erwachsenen Men-schen durch Waschen und Besprengen24Stunden lang vordemAnfang der Fäulniß zu schützen. -
Der Chlorkalk zerstört das Ammoniakgas, indem er denWasserstoff desselben an sich zieht. Auch Ammoniakgas, wel-ches Schwefel und übelriechende thierische Stoffe aufgelöst hat,wird selbst von trocknen Chlorkalk zerlegt. Daher eignet ersich sehr zu einem Luftreiniger in Abtritten. Man stelltzu dem Ende mehrere flache Gefäße mit Chlorkalk in das Ge-mach und die guten Wirkungen davon werden nicht ausbleiben.
Man hat die Beobachtung gemacht, daß der ChlorkalkauchWasserstoffgas und Kohlenwasserstoffgas durch Anziehung undBindung des Wasserstoffs zu zerlegen vermag. Daher hat