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Vom Chlor.
Das CH lor istcin luft- oder gasförmiger Stoffmit so höchstmerkwürdigen Eigenschaften und von so ausgezeichneter Wirk-samkeit, daß die nähere Kenntniß desselben Jeden interessirenmuß, der nur irgend den Trieb hat, die chemische Seite seinesGeschäfts oder Gewerbes so vollkommen als möglich zu machen;ich kann daher hier nicht zu weitläuftig seyn.
Die ungeheure Menge, in welcher das Chlor auf unsererErde verbreitet ist, die geringe Schwierigkeit und die geringenKosten, mit welchen man es sich verschaffen kann, erleichtern sehrseine Anwendung.
Das uns allen wohlbekannte Salz, das Kochsalz bestehtseiner größern Hälfte nach aus Chlor, indem in 58 Loth dessel-ben 35 Loth Chlor enthalten sind. Diese befinden sich darinin inniger Verbindung mit 23 Loth eines anderen Stoffs, denman Sodamctall oder Sodiu m nennt; daherdasKochsalzauch den chemischen Namen Chlorsodium erhalten hat.
Alle Körper, welche das Sodium im Kochsalz mit Sauer-stoff versehen und cs dadurch zur Soda machen, und die gleich-zeitig mit dieser Soda sich inniger zu verbinden im Stande sindals das Chlor, zersetzen das Kochsalz und scheidendas Chlor daraus ab.
Zwey solche Körper besitzen wir im Braunstein und inder Schwefelsäure, dieunterMitwirkungdcs Wassers undder Wärme aus dem Kochsalz das Chlor frcymachen.
Mischt man nehmlich:
58 Loth Kochsalz44 Loth Braunstein98 Loth Schwefelsäure, die mit60 Loth Wasser verdünnt worden,in einem Kolben, so entwickelt sich bepm Erwärmen des Ge-misches das Chlor als ein gelblichgrün gefärbtes Gas voneinem durchdringend stechenden und erstickenden Geruch.
Um es in größerer Menge in diesem Zustande aufzufangen,laßt man es in mit heißem Wasser gefüllte Flaschen treten, die