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Jedoch können Gewerbtreibende von diesem Vortheil nurdann Gebrauch machen, wenn sie Schwefelsäure-Fabriken inihrer Nahe haben. Denn zum Versenden ist die wässerigeSchwefelsäure nicht, da Gefäße und Fracht die Vortheile wie-der aufheben würden.
Was im Handel unter dem Namen Vitriolöhl vor-kommt, ist nichts weiter als eine Schwefelsäure, die nur weni-ger Wasser als die gewöhnliche enthält, daher sie beym Ver-mischen mit Wasser sich auch mehr erhitzt als jene. Sie wirdnicht durchs Verbrennen des Schwefels, sondern dadurch erhal-ten, daß man Eisenvitriol, nachdem er vorher geröstet wor-den, bey starkem Feuer in einer irdenen Retorte destillirt. DieSchwefelsäure geht hier in öhlartigen Tropfen in die Vorlageüber und giebt nun das, was man Vitriolöhl nennt. Sieraucht sehr stark, indem sie dampfförmige Schwefel-säure ausstößt, und hat meistens eine bräunliche Farbe.
Die Entstehungsart des Vitriolöhls ist im Grunde nichtverschieden von der der Schwefelsäure (durchs Verbrennen desSchwefels); nur findet sie unter etwas anderen Verhältnissenund Umstanden statt.
Wenn man nehmlich gestoßenen Schwefel mit Eisenfeilemcngtund beydesmitWasserzu einem Brey anrührt, so bildetsich aus der gelb en Masse eine schwarze, indem sie sich er-hitzt und eine Menge Sauerstoff aus der Luft aufnimmt. DerSchwefel erleidet hier nehmlich dieselbe Veränderung, als wenner verbrennte, er verwandelt sich nehmlich in Schwefelsäure;diese verbindet sich mit dem Eisen und so entsteht schwefel-saures Eisen oder Eisenvitriol. Wird nun dieser ge-röstet und destillirt, so erhalt man die Schwefelsäure, welcheVitriolöhl heißt. Durch das Rösten wird nehmlich die großeMenge Wasser, welche der Eisenvitriol enthalt, entfernt, erbesteht dann aus Schwefelsäure und Eisenoxyd. Durch die Hitzebeym Destilliren werden dann beyde von einandergetrennt, dieSäure geht in die Vorlage über, und das Eisenoxyd (Ocker)bleibt als Rückstand in der Retorte.