saure angehaust, so wird sie abgezapst und erst in bleyernen,dann in gläsernen oder besser Platin-Retorten so weit durchAbdampfen vom überflüssigen Wasser befreyet, bis die Schwe-felsäure selbst sich in weißen Dämpfen zu verflüchtigen an-fängt. Dann wird sie in irdene Krüge gefüllt und kommt soin den Handel.
Diese Säure hat nun die Bestandtheile wie sie oben (S. 45)angegeben worden, nur daß zu diesen noch 1 MischungsgewichtWasser hinzukommt, welches die Schwefelsäure beym Abdampfenzurückbchält. 49 Loth starke Schwefelsäure bestehen demnach aus:40 Loth trockner Säure und9 Loth Wasser.
Wie die Schwefelsäure nur durch Erhitzen das Wasser, wel-ches sie enthält, fahren läßt, ebenso verbindet sich die entwässerteSchwefelsäure auch nur wieder unter Erhitzen mit dem Wasser.Wer je einmal Schwefelsäure mit Wasser zu verdünnen hatte,wird die Unannehmlichkeiten, welche hiemit verbunden sind,erfahren haben, namentlich wenn man es mit mehreren Pfun-den zu thun hat. Ist dagegen schon das Wasser mit etwasSchwefelsäure versetzt, so läßt cs sich weit schneller undleichter mit der starken Säure mischen. Man mußdaher, wenn man größere Mengen Schwefelsäure mit Wasserzu vermischen hat, erst kleinere Mengen Säure mit Wassermischen und in dieses saure Wasser dann nach und nach die Schwe-felsäure cintragen.
Die Schwefelsäure hat ein großes Bestreben sich mit demWasser zu verbinden. Sie entzieht daher feuchter Luft dasWasser und macht sie trocken. Ist sie hinlänglich lange mithinlänglich feuchter Luft in Berührung, so kann sie 8'/^ malihr eignes Gewicht an Wasser aufnehmen. Man hat sich hie-von durch Versuche überzeugt. Man stellte nehmlich 50 Lothstarke Schwefelsäure 4 Monate lang an einen Ort, wo die Luftfeucht war. Nach Verlauf dieser Zeit wurde die Säure wiedergewogen und zeigte eine Gewichtzunahme von 423 LothWasser; also 8'/, mal mehr als dieangewandteSchwefelsäure.