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Grundlehren der Chemie für Jedermann : besonders für Aerzte, Apotheker, Landwirthe, Fabrikanten, Gewerbtreibende, und alle Diejenigen, welche in dieser nützlichen Wissenschaft sich gründliche Kenntnisse erwerben wollen
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also die Hitze seyn, wenn man Wasserstoffgas in reinenSauerstoffgas (ohne Stickstoffgas) verbrennt.

Man hat hierüber viele Erfahrungen gemacht, die nicht sel-ten mit Unglück verbunden waren. Denn vermischt man 2 MaasWasserstoffgas mit 1 Maas Sauerstoffgas und entzündet das Ge-misch, so verbinden sich beydeGasartenmitcinersolchenSchnel-ligkeit und Heftigkeit, daß das Gefäß, worin sich das Gasge-menge befindet, mit großer Gewalt und heftigem Knall zer-sprengt wird. Man nennt daher ein solches Gasgemenge auchKnallgas oder Knallluft.

Ein solches Knallgas sind auch die s. g. schlagendenWetter in den Bergwerken. Es entwickelt sich, nament-lich in Kohlenbergwerken, ein Gas, welches zum größten Theilaus Wasserstoffgas besteht, und daher mit gewöhnlicher Luftvermischt, eine Art von Knallluft bildet, die sich mit fürch-terlichem Knall und heftigem Schlage entzündet, wenn derBergmann sich einer solchen Luft mit brennender Lampe nähert.

Schon viele Menschen haben hiedurch ihr Leben verlo-ren. Auch kannte man lange kein Schutzmittel gegen dieseUnfälle, bis endlich ein berühmter englischer Chemiker (Oavv)die Entdeckung machte, daß ein Gewebe oder Geflecht von fei-nem Draht, wenn es das Grubenlicht, überall umgiebt, dassicherste Schutzmittel ist, indem das Entzünden der schlagendenWetter dadurch verhindert wird. Daher bedient man sich jetztin denjenigen Gruben, wo man das Daseyn und Entzündenvon schlagenden Wettern fürchtet, einer Art kleiner Laternen,wo statt der Glasfenster feine Drathgitter eingesetzt sind. Siegewähren eine große Sicherheit für den Arbeiter.

Wenn man 8 Loth Sauerstoffgas und 1 Loth Wasserstoff-gas mit einander vermengt, so bekommt man ein Knallgas,welches, wenn es in einem hinlänglich starken, metallenen Ge-fäß eingeschloffen und entzündet worden, gänzlich ver-schwindet und nichts weiter übrig läßt als 9 Loth Wasserdie theiis in Tropfen, theils als Dampf in dem Gefäß ange-troffen werden. Hiedurch wird also die Behauptung bewiesen.