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nicht allgemein ist, daß die Predigt unter dem hohen Amtegehalten werde* *), so fangt nach dem Segen sogleich —sobald der Priester den Altar verläßt — das Predigtliedan, welches aber nie vom Schullehrer, sondern allemalvom Prediger selbst als mit seinem abzuhandelnden Themaübereinstimmend gewählt werden muß**). Nach der Pre-digt muß jedesmal ein kurzes, aber zweckmäßiges, kraft-volles Gebet gehalten, und mit dem letzten Verse des Lie-des geschlossen werden. Dieses Gebet muß nicht immerdasselbe, so wie es größtentheilö immer und überall ge-schieht, sondern es muß alle Sonn - und Festtage ein an-deres sein ***).
Segen mit dem Hochwürdigcn ist nicht göttlicher Einsetzung und hatauch keine Verheißung einer übernatürlichen Gnade. Seine Wirkunghangt von der Würdigkeit und Disposition eines jeden Einzelnen ab.Das Volk lebt aber im graulichen Jrrthume, schreibt ihm eine ma-gische, übernatürliche Kraft zu und zieht ihn der Belehrung, demchristlichen Unterricht, dem ordentlichen Gebet, dem sonstigen öffentli-chen Gottesdienste vor. Wie wenige Seelsorger gibt es, s die dieseunrichtigen, das Gewissen einschläfernden Begriffe wegräumen und diesesschädliche falsche Zutrauen auf die Kraft des ScgcnS schwächen? —
*) Hicmit stimme ich nicht ein. Es wird bereits an manchen Or-te» recht segensreich die Predigt zwischen dem Amte gehalten, wo-hin sie, selbst nach der Rubrik des Miffals, gehört. Bei der neuenOrganisirung der christliche» Gottesverchrungen muß sic diesen Platzcinnehmen. Die Schrift, die alte Kirche, die Natur der Sache er-heischen dieses.
**) Dies ist ganz zweckmäßig und mit der Natur der Sache über-einstimmend. Viele Seelsorger, welche Gefühl für den Zweck derGottesverchrungen haben, halten es wirklich so. Doch selbst in un-serer Mutterkirchc, in unserem Vorbilds, wie cs immer heisst, zuBreslau in der Domkirche, findet dieser ganz in der Vernunft ge-gründete Brauch nicht Statt. Das ganze Jahr wird das sonstsehr schöne Lied: Was führt den Pilger dieser Erde, und nur zurOsterzeit das Lied: Triumph, der Tod ist überwunden, gesungen. —
***) Es gilt hier, was auf voriger Seite und in der Note dazu gesagt ist.