dem Beispiel der Apostel nach, die das Predigtamt nichtans dem Auge verloren, mir allein sich rühmten der Pre-digt von Christus dem Gekreuzigten, und sie sich bis inden Tod als das wichtigste angelegen sein ließen. Sietraten nur in die Fußstapfen der ehrwürdigsten Bischöfe,die von der auf ihnen liegenden Pflicht, selbst zu predigenund selbst zu unterrichten so überzeugt waren, daß es inihren Augen ein Widerspruch gewesen wäre, das Lehramtanzunchmcn, ohne zu lehren, ein Nachfolger der Apostelzu sein und sich von dem wesentlichen Geschäfte eines Apo-stels frei zu glauben. Daher finden wir bis ins achteJahrhundert die Bischöfe täglich und öffentlich am Altäredes Herrn stehen, die Abendmahlsfeicr halten und dasWort des Herrn verkünden. Ihr Eifer war anfangs sogroß, daß die Priester nicht predigen durften, ohne einesEingriffs in die bischöflichen Rechte angeklagt zu werden,und auch nur mit Erlaubniß des Bischofs, die Abendmahls-feier halten konnten. Nachdem die Bischöfe wenigstenszmn Theil schon längst diese heilige Pflicht vernachlässigten,erschallte noch einmal auf dem Tridcnter Concil, 8ess. IV.c. 2. Zg rskorrn. 8ess, XXIV. c. 4- cls ookorirr. eineStimme, die das Predigtamt für das vorzüglichste der Bi-schöfe erklärte. —
Die jetzigen Bischöfe erscheinen höchst selten, nur aneinigen Festen in den Kirche», und es scheint bei dem eit-len Ceremoniendienste, dem vielen Pompe, der das armeVolk blendet, man wolle nicht am Fuße des Altars mitDcmnth den Erlöser verehren, und mit dem Klerus unddem Volke die Abendmahlsfeicr halten, sondern den Eere-