Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
485
Einzelbild herunterladen
 

485

nachwiesen, die in den durch Kunst dargestellten chemischenVerbindungen herrschen, verdächtig machen wollen; es wurdeeingeredet: die Kunst vermöge nie jene Kräfte wieder zuschäften, die beim Entstehen natürlicher Verbindungen wirk-sam gewesen; allein diess ist ohne Grund. Die Macht che-mischer Affinitäten, beim künstlichen Verfahren thätig, mussnicht weniger als natürlich gelten, wie jene, welche dieZusanmiensezznng chemischer Verbindungen in der Naturbedingen hilft *.

Die Ueberzcugungen, zu denen man bereits gelangte,und die man nicht ohne geringes Vergnügen sich allmählichmit einander zu einem Ganzen verbinden sieht, gewährensehr erwünschtes Anhalten, um viele Phänomene beim Ent-stehen der Felsarten-Gemengtheile und bei den AenderungenW'elche Gcbirgs-Gesteine unter gewissen Verhältnissen erfuh-ren , zu beurtheilen. Geologische Beobachtungen und Spe-kulationen linden in jenen Bemühungen der Chemiker ihreBestätigung.

Dass manche Schlacken gewissen Gesteinen verglichenwerden können , welche die feste Erdrinde bilden, dass ei-nige beinahe das Ansehen von Quarz haben **, währendandern auffallende Aehnlichkeit mit verschiedenen sogenann-ten Trapp - Felsarten zusteht, war der Beachtung der Geo-

* Mitscherlich, Abhandl. der K. Akad. d. Wisscnsch. zu Berlin.Jahre 1822 und 1823. Phys. Kl. S. 25 ff. Die wissenschaftliche Be-gründung einer Theorie der Schlacken - Bildung ist das Werk Mit-scherlichs.

"'Nach Zinkens Erfahrungen ist diess der Fall wenn, beim Eiseii-Hohofen-Betrieb, das zum Guss bestimmte Eisen langer als gewöhn-lich im Herde erhalten , folglich die dasselbe umgebende Schlackeder Hizze anhaltend ausgesezt wird. Es bildet sich eine höchstdichte , halb eiitglaste und splitterigem Quarze nahe kommendeSchlacke mit Drusen-Höhlungen versehen. Lezterc sind von glasi-ger Schlacke mit geflossener Rinde überzogen und enthalten ein-zelne Krystalle, sechsseitige Prismen , aus Schlacken-Massc beste-hend. ' (Breislaks Lehrb. d. Gcol. Uebersez. von Stuombeck. I. B.,S. 371.)