531
merkwürdigen Erscheinungen, sondern auch den Scharfsinn man-cher ausgezeichneter Männer zu bewundern und in ihren Bemü-hungen Beispiele des achten philosophischen Forschens, Beispiele,die uns als Vorbilder dienen können, zu erkennen. Und wasden Erfolg unserer Bemühungen, die Erscheinungen der Natur inihrem Zusammenhänge zu übersehen, die Gesetze ihrer Verbindungkennen zu lernen, betrifft, so habe ich zwar oft das Bekenntnißablegen müssen, daß vieles uns noch dunkel sei, vieles noch zuuntersuchen übrig bleibe; aber dennoch hoffe ich sagen zu können,daß Sie nicht ohne Freude den Rcichthum unserer Kenntnisse, dasgelungene Bestreben der Physiker, die Erscheinungen in einemSysteme zu vereinigen, werden kennen gelernt haben, wenn an-ders meine Darstellung nicht zu mangelhaft gewesen ist.
Und an die Freude über das, was wir besitzen, knüpft sich dieHoffnung auf immer reichere Kenntnisse, auf immer vollendetereEinsicht in die Natur, die, nie erschöpft, dem Menschengeschlechteimmer neue Wunder darbieten wird. Möge nur diese vermehrteEinsicht auch durch weise Anwendung immer mehr zum Wohl dermenschlichen Gesellschaft beitragen, möge dadurch die Zahl derLeiden, mit denen das menschliche Geschlecht umgeben ist, vermin-dert werden; aber möge auch nie die Demuth aus den Herzender Menschen entweichen, anzuerkennen, daß selbst die größestemenschliche Weisheit nicht zu einer vollkommenen Herrschaft überdie Natur führt, und daß wir die Heilung zahlreicher Leiden undGebrechen, welche die Menschheit drücken, von keiner irdischen Handerwarten dürfen.