410
Ende Eisenfeile anzicht, wenn sein eines Ende an einem hinreichendstarken Magnete anlicgt. Das Eisen erlangt also, so lange esunter der nahen Einwirkung des Magnetes ist, selbst magnetischeKraft; aber das weiche Eisen verliert sie sogleich wieder, wennman es vom Magnete entfernt, und eben das gilt vom weichenStahle; der gehärtete Stahl dagegen bleibt in einigem Grademagnetisch, die Nahnadel, die am Magnete eine andre anzog,behält diese anziehende Kraft in einigem Grade auch in der Folge.Bei einem recht starken Magnete geht jene Wirkung noch weiter,indem selbst ohne Berührung, ja in 6 Zoll, It> Zoll Entfernung,ein unmagnetisches Eisen, ein größerer Schlüssel zum Beispiel,ganz erhebliche Stücke Eisen zu tragen im Stande ist, aber auchdiese Kraft behält das Eisen nur in der Nahe, unter dem Einflüssedes Magnets.
Wir wollen diese merkwürdige Erfahrung sogleich dazu be-nutzen, künstliche Magnete zu verfertigen. Die Nähnadel, dieeine Weile von einem starken Magnete angezogcn an ihm hing, istein kleiner Magnet geworden, sie fahrt fort, Eisenfeile anzuziehen,und was noch merkwürdiger ist, wenn man sie an einem seinenSeidcnfadcn im Schwcrpuncte aufhnngt, so zeigt sie nach Norden,auch sie hat ihren Nordpol und Südpol erhalten. Natürlich fra-gen wir, welches Ende der Nadel ist denn Nordpol geworden? —und jeder Versuch beantwortet uns diese Frage ganz entschieden da-hin, daß der am Nordpole des Magnets anhangcnde Thcil derNadel ein Südpol wird, hingegen das am Südpole anhangendeein Nordpol, daß also die Nadel in ihrem berührenden Theile denPol erhält, welcher dem berührten Magnetpole entgegengesetzt ist,daß der entferntere Theil der Nadel dagegen dem Magnetpole, wosich die Nadel befindet, gleichnamig ist. Den Neichthum von Lehr-sätzen, zu denen diese wenigen Erfahrungen den Weg bahnen, müs-sen wir nach und nach weiter kennen zu lernen suchen.
Die Erfahrung, daß weicher Stahl nur unter der dauerndenEmwirkung des Magnetes sich magnetisch zeigt, nachher aber alleKraft wieder verliert, nöthigt uns, zu Verfertigung künstlicherMagnete uns des gehärteten Stahles zu bedienen. Ueber denGrad und die Art der Hartung sind die Künstler nicht ganz einig;Horner gicbt für Magnetnadeln die Vorschrift, als am meisten