Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
283
Einzelbild herunterladen
 

283

zeigen bei der gegenseitigen Berührung beider Platten keine Elec-rricität mehr; so oft man ober den obern Leiter entfernt, gehensie wieder aus einander, bis endlich die bei jeder Trennung freinach außen wirkende Electricität sich in der Luft zerstreuet.

Durch diese Anwendung des Condcnsators findet man, daßelektrische Flaschen, wenn sie auch wiederholt entladen sind und amElectrometcc keine Spur von Electricitat zeigen, oft noch sehrlange Zeit nach der Ausladung Electricitat zeigen. Diese Flaschensind besonders gut geeignet, um den Versuch mit dem Condensatoranzusicllcn, weil sie bei sehr schwach wirkender Electricitat docheine, beinahe unerschöpflich zu nennende, Duelle von Electricitatdarbietcn. Nur in solchen Fallen nämlich kann der Eon'densatocwirksam sein, wo nicht die gesummte Menge der ihm zugcfühctcnElectricitat geringe ist, sondern wo diese groß genug aber vonschwacher Spannung ist. Wollte man ein sehr kleines Metall-schcibchen schwach geladen anwcndcn, um den Condensator zuladen, so würde die Eondcnsatorplatte freilich fast die sammtlicheLadung jener Scheibe aufnehmcn; aber damit, wenn die Conden,satorplatte größer als die ladende Platte ist, noch nicht einmal sostark als diese selbst geladen sein. Harle man einen sehr großenLeiter von sehr schwacher Ladung angewandt, so würde man seineLadung am Condensator bemerkbar machen, weil die verglcichungs-weise kleine Condensatorplatte den größestcn Theil der Ladung dergrößer» Platte zu sich hin zieht, und diese also, sobald ihre Elec-rricität nicht mehr gebunden ist, als stark geladen erscheint. Mitder entladenen Flasche ist cs ebenso, da sie noch sehr viel mehrElectricitat an der Glas-Oberfläche durch gegenseitige Anziehungbeider Elcctricitätcn gebunden enthalten muß, als sich an derKugel frei wirkend zeigt, und diese vom Glase her zuströmt, wennder Condensator sie aufnimmt.

Auch die schwache Electricitat der Atmosphäre kann man, dasie unerschöpflich zufließt, am Condensator merkbar machen.

Um den Grad der Condensation kennen zu lernen, kannman auf folgende Weise verfahren. Man bringt auf dem Glase,in welchem .sich die Kugeln oder Strohhalme der Condensatorplattebefinden, eine Thcilung an, um ein Maaß der Abstoßung zu haben,und sucht dieses Maaß mit wirklichen Graden stärkerer und schwä-